Einfluss potenzierter Substanzen auf Hefen und Wasserlinsen
Noch immer ist die Frage unbeantwortet: Wirken Homöopathika oder genauer potenzierte Substanzen auch jenseits materieller Gehalte? Seit 1998 wird am FiBL daran gearbeitet, ein Testsystem für Homöopathika zu etablieren.
Die zentralen Fragen des Projektes lauten:
- Haben potenzierte Substanzen einen Effekt auf niedere einzellige oder mehrzellige Lebewesen?
- Lassen sich diese Wirkungen reproduzierbar nachweisen?
- Auf welcher biologischen Organisationsstufe regulieren homöopathische Potenzen Lebensprozesse?
- Arzneimittelsicherheit: Sind alle Homöopathika gleich wirksam oder müssen die unterschiedlichen Herstellungsverfahren vereinheitlicht werden?
Ziel ist es, einfache und sichere Testsysteme zum Nachweis homöopathischer Wirkungen auf Mikroorganismen zu entwickeln, in einer Ausbaustufe evtuell auf Organismen komplexerer Organisationsstufen.
Hierzu werden an Reinkulturen von Saccharomyces cerevisiae (knospende Hefe) und Schizosaccharomyces pombe (Spalthefe) verschiedene Wachstums- und Stoffwechselparameter (Wachstum, Glucoseverbrauch, Atmung, mikroskopische Veränderungen der Zellen und makroskopische Veränderungen der Kolonien) in Abhängigkeit von verschiedenen Potenzen einer homöopathischen Ursubstanz gemessen. Als Testsubstanzen werden unspezifisch toxisch wirkendes Kupfersulfat, daneben spezifische Toxine (Fungizide), sowie homöopathische Substanzen, die eine Beziehung zu Wachstumsprozessen beim Menschen haben, eingesetzt. In ersten Versuchen wird das Testsystem methodisch etabliert und standardisiert. Die Forschungsergebnisse sollen einen Beitrag zum Nachweis der Wirkung von Homöopathika leisten. Es ist nicht auszuschliessen, dass solche prinzipiellen Wirkungsnachweise in Zukunft in der Arzneimittelgesetzgebung verlangt werden.
Gleichzeitig soll an der Frage gearbeitet werden, ob bestimmte Potenzbereiche stabile Wirkungsoptima der jeweiligen Prüfsubstanz liefern. Ausserdem soll der Einfluss von Herstellung und Umweltfaktoren auf die Wirkung der Potenzen geprüft werden.
Für ihre Unterstützung danken wir herzlich der Stiftung Sampo in Dornach. |