pro-Q: Ein Projekt zur Förderung der Milchqualität und
Eutergesundheit in Schweizer Biobetrieben
Seit 2003 fördert der COOP-Naturaplan-Fond das FiBL-Projekt
„pro-Q“, bei dem durch systematische Bestandesbetreuung
die Tiergesundheit verbessert und in Folge dessen die Qualität
der Milch und die Leistung der Herden gesteigert werden sollen.
Der Einsatz von Antibiotika soll drastisch vermindert bzw. ganz
vermieden werden.
pro-Q versteht sich als Netzwerk von Milchproduzenten, Bestandestierärzten
und Beratungseinrichtungen. Die Fachgruppe Tiergesundheit koordiniert
dieses Netzwerk und verwaltet alle für die Tiergesundheit relevanten
Daten. So soll herausgefunden werden, welche Komponenten eines Herdengesundheitsprogrammes
für den individuellen Betrieb am besten geeignet sind, die
Milchqualität und damit die Produktivität zu verbessern.
Das pro-Q-Team begleitet die beteiligten Betriebe vor Ort durch
stetige Bestandeserhebungen und Diagnostik in der Herde und am Tier.
Das Projekt wurde für Biomilchproduzenten in der Schweiz entwickelt,
steht aber auch anderen Betrieben offen, die neue Wege in der Eutergesundheit
gehen wollen.
Was bedeutet pro-Q?
„pro-Q“ steht für die Qualitätssicherung
in der Biomilchproduktion mit dem Hauptgedanken, die Tiergesundheit
zu erhalten und gegebenenfalls zu verbessern. pro-Q ist somit ein
Programm für die Gesundheit der Kuh und die Qualität der
Milch.
Welche Ziele verfolgt das Projekt?
Das Projekt pro-Q setzt konsequent um, was die Bioverordnung bezüglich
Tiergesundheit und deren Sicherung fordert. Auf Bestandesebene soll
primär die Euter- und Tiergesundheit verbessert werden unter
minimiertem Einsatz von Antibiotika. Die tierärztliche Betreuung
des Bestandes soll Erkrankungen vermeiden helfen. Durch alternative
Behandlungsverfahren, beispielsweise der Homöopathie, soll
der Einsatz von Antibiotika drastisch reduziert werden. Es wird
erwartet, dass als Folge dessen die Milchproduktion steigt.
Wer kann am Projekt teilnehmen?
Mitmachen können alle Produzenten, die an der Milchleistungsprüfung
(MLP) teilnehmen. Diese gewährleistet die Verlaufskontrolle
und ist notwendig für die Diagnostik. Die Betriebe sollten
in regionalen Gruppen zusammengefasst in das Projekt einsteigen,
um die Organisation der Betriebsbesuche durch das FiBL zu erleichtern.
Wie gestaltet sich der Einstieg?
Wenn sowohl die Betriebsleiter als auch die Bestandestierärzte
entschieden haben, am Projekt teilzunehmen, besucht ein FiBL-Mitarbeiter
den Betrieb und erfasst alle Daten, die für die Tiergesundheit
relevant sind (Fütterung, Haltung, Melken etc.). Von allen
laktierenden Kühen werden Milchproben genommen. Liegen auch
die MLP-Daten vor, werden in einem gemeinsamen Gespräch Strategien
und Ziele sowie Massnahmen für den Einzelbetrieb festgelegt.
Wie sieht die Bestandesbegleitung aus?
Der Bestandestierarzt betreut weiterhin die Tiere und behandelt
Euterentzündungen. Das pro-Q-Team unterstützt und berät
die Landwirte und Tierärzte. Die laufenden Behandlungs- und
MLP-Daten werden analysiert und so die Entwicklung von Milchqualität
und -leistung erfasst. Je nach Gesundheitssituation der Tiere besucht
das pro-Q-Team regelmässig den Betrieb.
Welche Informationen über die Gesundheitslage
seiner Herde erhält der Landwirt?
Die ständige Analyse aller verfügbaren Daten durch die
eigens für pro-Q entwickelte Datenbank soll in regelmässigen
Abständen allen Beteiligten ein Optimum an Information zu Verfügung
stellen. Dies betrifft Daten zu Eutergesundheit, Ernährung
und Leistung der einzelnen Tiere und der kompletten Herde. Veränderungen
können so schnell erkannt und zügig entsprechende Massnahmen
eingeleitet werden. Es ist geplant, jährlich mit allen Landwirten
und Tierärzten ein Treffen durchzuführen, um Erfahrungen
auszutauschen. Betriebsübergreifende Vergleiche mit Hilfe der
Datenbank sind für die Zukunft geplant.
Was kostet den Landwirt das Programm?
Das Projekt wird zu wesentlichen Teilen von COOP-Naturaplan gefördert
und finanziert. Diese Förderung ist leider nicht kostendeckend
und zeitlich auf die Einführungsphase begrenzt. Die umfangreichen
Massnahmen auf dem Betrieb einschliesslich der Laborkosten erfordern
zusätzliche Beiträge seitens der Landwirte.
| |
Jahresbeitrag |
Einmalige Pauschale |
| Basispaket |
| Teilnahmegebühr |
10 CHF / Kuh laut TVD |
- |
Erstbesuch und
Basismilchprobe
Basis-Betriebserhebung
Besprechung u. Beratung |
- |
200 CHF*
Incl.
Incl.
Incl. |
| 1 jährlicher Besuch |
200 CHF* |
- |
| Fortführungspaket zusätzlich zur Teilnahme- und Jahresbesuchsgebühr |
| für zusätzliche Besuche |
- |
100 CHF / Stunde* |
| Milchprobe 4 Viertel |
- |
30 CHF / Kuh |
* diese Beträge sind gesponsert vom COOP-Naturaplanfonds
pro-Q – eine Idee des FiBL?
Das FiBL hat das pro-Q-Konzept entworfen und strukturiert, um die Probleme in der Tiergesundheit im Biolandbau zu lösen. Das Projekt folgt den Vorgaben der schweizerischen Bioverordnung und den Verbandesrichtlinien zur Sicherung der Tiergesundheit. Das Konzept wurde im Auftrag des COOP Naturaplanfonds erarbeitet und wird von der BIO SUISSE, Demeter Schweiz sowie der Organisation der Schweizer Milchproduzenten (SMP) unterstützt. Somit stehen wesentliche Organisationen hinter dem Projekt.
Woher bekomme ich mehr Informationen?
Bitte wenden Sie sich an das pro-Q-Team per Telefon +41 62 865 72 87 oder per Email an pro-q@fibl.org.
Beachten Sie auch eventuell in Ihrer Nähe stattfindende Informationsveranstaltungen.
Bei Interesse erhalten Sie die vollständigen Unterlagen, die
einen Einblick in den genauen Ablauf gewähren. Unsere Mitarbeiter
beraten Sie gerne.
Wer ist das pro-Q-Team?
Das pro-Q-Team umfasst derzeit fünf tierärztliche und eine landwirtschaftliche Mitarbeitende. Diese sind für verschiedene Ressorts zuständig.
Christophe
Notz, Tierarzt (Projektleiter)
Peter
Klocke, Tierarzt
Ariane Maeschli, Tierärztin
Silvia
Ivemeyer, Diplom-Landwirtin
Michael Walkenhorst, Tierarzt
Wer finanziert das Projekt?
Das pro-Q-Projekt wird im Wesentlichen aus Beiträgen der beteiligten Landwirte und durch den COOP-Naturaplan-Fond finanziert. Teile des wissenschaftlichen Bereiches des Projektes werden aus anderen (EU, Tierschutz, etc.) Forschungsmitteln gedeckt.
Das Pro-Q-Team heisst Sie herzlich willkommen und wünscht
viel Erfolg bei der Sicherung der Gesundheit Ihrer Kühe.
Weitere Informationen:
Infoflyer
zum Pro-Q-Projekt (.pdf)
Formular
zur Interessensbekundung (.pdf)
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