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Nachhaltige Landwirtschaft in alpinen Regionen
EU-SAGRIALP

Problemstellung

Hintergrund In dem Projekt werden Grundlagen erarbeitet, um eine europaweit harmonisierte, nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung im Alpenraum zu fördern. Das vorrangige Ziel ist die Entwicklung von regional angepassten Leitlinien für eine ökonomisch und sozial tragfähige Landnutzung unter Schonung der Ressourcen, Erhaltung und Förderung von Biodiversität und Pflege des Landschaftsbildes.

Methodisches Vorgehen

Literaturrechereche

Ziel war es, eine Übersicht der politischen Ziele einer nachhaltigen Entwicklung im Alpenraum zu erstellen. Dazu wurden politische Dokumente der Alpenstaaten sowie der Europäischen Union auf Zielformulierungen untersucht. Die 600 Ziele wurden in generelle, ökologische, ökonomische und soziale Ziele gruppiert, nach Anzahl Nennungen geordnet und nach Konkretisierungsgrad hierarchisiert. Damit kann gezeigt werden, welchen Sachbereichen und Absichten eine grosse Wichtigkeit beigemessen wird. Ein erster Vergleich der politischen Ziele der Schweiz mit jenen der EU-Alpenstaaten zeigte erstaunlich geringe Differenzen. Die Unterschiede der Zielsetzung zwischen der Schweiz und den EU-Staaten sind nicht grösser als jene zwischen einzelnen Ländern der EU. Die wesentlichen politischen Vorgaben für eine nachhaltige Landwirtschaft im Alpenraum unterscheiden sich demnach nur wenig.

Fallstudie: Glarner Hinterland/Sernftal

Um das Konzept im gesamten Alpenraum zu testen, wurden Fallstudien in ausgewählten Untersuchungsregionen durchgeführt, die in den EU-Mitgliedstaaten Österreich, Frankreich, Deutschland und Italien sowie in der Schweiz liegen.

Als schweizerisches Fallstudien-Gebiet wurde das Glarner Hinterland-Sernftal ausgewählt. Diese Region repräsentiert denjenigen Teil der Alpen mit industrieller Prägung, in dem gleichzeitig aber auch die Landwirtschaft noch von Bedeutung ist. Eine wichtige Rolle bei der Auswahl spielte zudem das vorhandene Interesse der Region selber an der Durchführung des Forschungsprojektes. Erhebungen zur naturräumlichen Landschaftsgliederung und zu sozio-ökonomischen Entwicklungen (Wohn-, Arbeitssituation) wurden erfasst und mittels Karten (in digitaler Form), Diagrammen und Tabellen dargestellt. Dann wurden sie zu einer Übersicht aller fünf europäischen Untersuchungsgebiete weiterverarbeitet.

Nachhaltigkeitsindikatoren

Insgesamt wurden 43 Kriterien für eine nachhaltige Berglandwirtschaft im Alpenraum ausgewählt. Diese gliedern sich thematisch in abiotische (13) und biotische Mitwelt (7), Soziologie (10) und Ökonomie (13). Die Grenzwertbestimmung basiert auf Literaturrecherchen und Expertenwissen. Zusätzlich zu den persönlichen Interviews mit den Betriebsleitern wurde eine schriftliche Befragung zu den Einstellungen bezüglich ökologischer und sozialer Kriterien bei allen LandwirtInnen im Untersuchungsgebiet durchgeführt. Somit liegt ein abgerundetes Bild über die gegenwärtige Situation und die zukünftig gewünschte Entwicklung der regionalen Landwirtschaft sowie ihrer Stärken und Schwächen vor.

Szenarien

In einem vierten Schritt werden Szenarien erstellt für mögliche künftige Ausrichtungen der Landwirtschaft und der politischen Rahmenbedingungen. Die Szenarien werden mittels dem in Task 3 erarbeiteten Nachhaltigkeits-Kriteriensystem bewertet.

Empfehlungen

Parallel zur wissenschaftlichen Kriteriendefinition und –diskussion im Untersuchungsgebiet wurde eine lokale Arbeitsgruppe, bestehend aus 9 LandwirtInnen und 7 NichtlandwirtInnen gebildet. In dieser Arbeitsgruppe werden einerseits Kriterien für eine nachhaltige Landwirtschaft definiert, andererseits dient sie auch dazu, Forschungsresultate kritisch zu hinterfragen und durch den Einbezug die Akzeptanz der Forschung zu erhöhen.

Abschliessend werden Richtlinien für eine eine nachhaltige Landwirtschaft und Empfehlungen für die Agrar- und Regionalpolitik der EU und der Schweiz abgeleitet. In der Synthese wird zudem der Ist-Zustand der Landwirtschaft im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit dokumentiert.

Finanzierung

EU-FAIR 5-Projekt / CH: BBW

Projektlaufzeit: 1998 bis 2000

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Weiterführende Links

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© 2008 FiBL Forschungsinstitut für biologischen Landbau
Last Update 18.10.2006 | Comments: webmaster@fibl.org