Regulierung von Schadschnecken im Erwerbsgemüsebau
Bernhard Speiser
Das FiBL arbeitete von Februar 1998 bis August 2001 mit Partnern
aus England, Holland, Frankreich und Spanien im Rahmen des Projektes
«Novel Slug Control» an der Entwicklung neuer Methoden der Schneckenregulierung.
Das Projekt wurde von der EU (Programm FAIR 5) finanziert (Schweizer
Beteiligung finanziert vom Bundesamt für Bildung und Wissenschaft,
97.0194). Zum Abschluss des Projektes wurde eine englische Broschüre
verfasst, welche praktische Tips zur Schneckenbekämpfung gibt. Das
FiBL hat zudem eine deutsche Broschüre verfasst, welche Tipps spezifisch
für den deutschsprachigen Raum gibt. Diese Broschüre ist auch auf
französisch erhältlich.
- Im Labor untersuchten wir die artspezifische Wirksamkeit der
Nematodenart Phasmarhabditis hermaphrodita (Handelsprodukt
"Bioslug-Schneckennematoden", resp. "NemaSlug"). Dabei bestätigte
sich, dass diese Nematoden gegenüber ausgewachsenen Spanischen
Wegschnecken (Arion lusitanicus) ungenügend wirken;
frisch geschlüpfte Spanische Wegschnecken sind jedoch sehr
empfindlich gegenüber den Nematoden. 1999 versuchten wir,
die Spanische Wegschnecke früh im Frühjahr zu bekämpfen,
wenn sie noch klein ist. Diese Strategie war allerdings nicht
erfolgreich, da die Spanische Wegschnecke grössere Wanderungen
macht, und somit zu wenig lange im Kontakt mit den Nematoden ist,
um infiziert zu werden.
- Ein weiteres Ziel des Projektes war die Suche nach neuen Nematodenstämmen,
welche wirksamer oder weniger temperaturempfindlich sind als das
heute erhältliche Produkt «BioSlug». Dazu sammelten wir 1998
an verschiedenen Orten über 850 Schnecken, aus denen wir
22 Stämme von parasitischen Nematoden isolieren konnten.
Einige dieser Nematoden waren im Labor wirksamer als der heute
erhältliche Stamm. 1999 sammelten wir weitere 700 Schnecken,
aus denen wir nochmals 47 Nematodenstämme isolierten. Die
Nematoden wurden am IACR Long Ashton untersucht und kultiviert.
- 1999 und 2000 testen wir ein neuartiges Schneckenkorn auf der
Basis von Eisenphosphat. Die Ergebnisse waren gut und das Produkt
darf heute in vielen EU-Ländern im Biolandbau eingesetzt
werden (nicht aber in der Schweiz).
- 1999 machten wir erste Tastversuche mit Ablenkfutter-Streifen
aus Kleie. Da die Ergebnisse vielversprechend waren, wurde dieses
Verfahren 2000 unter Praxisbedingungen genauer untersucht. Leider
bestätigte sich die Wirkung dieser Massnahme in der Praxis nicht.
- 1998 arbeiteten wir an der Entwicklung und Aufbereitungstechnik
eines organischen Düngers mit schneckenabweisender Wirkung.
Laborversuche zeigten eine vielversprechende Wirkung gegen Ackerschnecken;
gegen die Spanische Wegschnecke wirkt der Dünger jedoch ungenügend.
Da diese Schneckenart im Feld oft die grössten Schäden
verursacht, wirkte der Dünger in den Feldversuchen von 1999
nur unzuverlässig.
- 1997 und 1998 testeten wir ein mit Pflanzenextrakten imprägniertes
Mulchmaterial auf der Basis von Holzfasern. In einem ersten Versuch
reduzierte es die Schneckenschäden an Kopfsalat um 20 %,
in einem zweiten Versuch um 50 %. Die Mulchschicht bewirkte zudem,
dass wesentlich weniger Unkräuter keimten. Dieses Mulchmaterial
wurde vom FiBL gemeinsam mit der Firma Blieninger GmbH entwickelt.
Für den Erwerbsanbau war dieses Mulchmaterial nur bedingt
geeignet, da seine Ausbringung arbeitsintensiv ist.
Slug Damage
and Control of Slugs in Horticultural Crops
Biokulturen
vor Schnecken schützen
Protéger
les cultures biologiques des limaces
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Wissenschaftliche Publikationen zum Thema
- Frank T., Bieri K. & Speiser B. 2002. Feeding deterrent
effect of carvone, a compound from caraway seeds, on the slug
Arion lusitanicus. Annals of Applied Biology 141: 93-100.
- Glen D.M., Wiltshire C.W., Hughes L., Ester A., van Rozen K.,
Castillejo J., Iglesias J., Speiser B., Coupland J. & Gwynn R.
2000. The use of slug-parasitic nematodes and other techniques
for control of slug and snail damage in horticultural crops. In:
The BCPC Conference - Pests & Diseases 2000 (ed: British Crop
Protection Council, 345-350.
- Iglesias J. & Speiser B. 2001. Consumption rate and susceptibility
to parasitic nematodes and chemical molluscicides of the pest
slugs Arion hortensis s.s. and A. distinctus. Anz. Schädlingskunde/Journal
of Pest Science 74: 159-166.
- Iglesias J. & Speiser B. 2001. Distribution of Arion hortensis
s.s. and Arion distinctus in northern Switzerland. Journal of
Molluscan Studies 67: 209-214.
- Speiser B. 1997. A new field test for molluscicides in vegetable
crops. Bulletin OEPP / EPPO Bulletin 27: 235-242.
- Speiser B. 1999. Molluscicidal and slug-repellent properties
of anaerobically digested organic matter. Annals of Applied Biology
135: 449-455.
- Speiser B. 2001. Food and feeding behaviour. In: The Biology
of Terrestrial Molluscs (ed: G. M. Barker), CAB international,
Wallingford UK: 259-288.
- Speiser B. 2002. Molluscicides. In: Encyclopedia of Pest Management
(ed: D. Pimentel), Marcel Dekker, New York: 506-508.
- Speiser B., Glen D., Bohan A., Aalten M., Hughes L., Rowcliffe
H., Gwynn R., Gupta A., Ester A., van Rozen K., Huiting H.F.,
Davies K., Denholm C., Castillejo J., Iglesias J. & Coupland J.
2000. "Novel slug control" - combined efforts to devise strategies
of slug control for organic and integrated farming. In: Proceedings
13th IFOAM Scientific Conference (ed: T. Alföldi, W. Lockeretz
and U. Niggli), vdf Hochschulverlag, Zürich: 140.
- Speiser B. & Hochstrasser M. 1998. Slug damage in relation to
watering regime. Agriculture, Ecosystems & Environment 70: 273-275.
- Speiser B. & Kistler C. 2002. Field tests with a molluscicide
containing iron phosphate. Crop Protection 21, 389-394
- Speiser B., Zaller J.G. & Neudecker A. 2001. Size-specific susceptibility
of the pest slugs Deroceras reticulatum and Arion lusitanicus
to the nematode biocontrol agent Phasmarhabditis hermaphrodita.
BioControl 46: 311-320.
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Umsetzungsorientierte
Publikationen zum Thema
- Speiser, B. (2002) Weniger
Schnecken in feinem Saatbett. Schweizer Bauer 3. April, 10.
- Speiser, B. (2001). Biokulturen
vor Schnecken schützen.
FiBL-Merkblatt Nr. 1004
- Speiser, B. (1997). Protéger les cultures biologiques
des limaces. FiBL-Merkblatt Nr. 1081
- Speiser, B. (1999). Aktenzeichen Schnecke ungelöst. Schweizer
Bauer 15. Mai, 24.
- Speiser, B. (1999). Schneckenregulierung: eine Daueraufgabe.
bio-land 2/99, 26-27.
- Speiser, B. (2001). Arion hortensis. In “Crop
Protection Compendium (CD-ROM)”. CAB International, Wallingford.
- Speiser, B. (2001). Arion lusitanicus. In “Crop
Protection Compendium (CD-ROM)”. CAB International, Wallingford.
- Speiser, B. (2001). Deroceras reticulatum. In
“Crop Protection Compendium (CD-ROM)”. CAB International, Wallingford.
- Speiser, B., and Hochstrasser, M. (2000). Nie abends giessen!
bioterra 189 / 5, 15.
- Speiser, B., Glen, D., Piggott, S., Ester, A., Davies, K., Castillejo,
J., and Coupland, J. (2001). “Slug
damage and control of slugs in horticultural crops,” FiBL,
Frick.
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2008
FiBL Forschungsinstitut für biologischen
Landbau
Last Update
18.07.2005
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