Prüfung von Pflanzenbehandlungsmitteln und lebenden Organismen in verschiedenen Kulturen
Der Biolandbau versucht, wenn möglich Problemen mit Schädlingen und Pflanzenkrankheiten vorzubeugen. Dennoch ist in einzelnen Kulturen eine direkte Bekämpfung unumgänglich. In der Mittelprüfung testen wir einerseits neue Produkte zur Bekämpfung von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten, und andererseits entwickeln wir für bereits bekannte Produkte verbesserte Anwendungsstrategien (wie viel, wie oft ond wann soll gespritzt werden?).
Die Produkte können pflanzlichen (z.B. Fenchelöl) oder mineralischen Ursprungs (z.B. Tonerdepräparate) sein, oder es können lebende Organismen eingesetzt werden (Biocontrol). Die Anforderungen an die Produkte werden laufend verschärft: Einerseits wird eine erhöhte Wirksamkeit bestehender Produkte gefordert und andererseits werden zunehmende Anforderungen bezüglich der Öko- und Humantoxizität gestellt. Eine besondere Stellung nehmen die bisher zugelassenen Kupferverbindungen ein, da diese in absehbarer Zukunft nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Der Ersatz der kupferhaltigen Fungizide hat deshalb höchste Priorität. Im Rahmen von EU Projekten und in Zusammenarbeit mit Industriepartnern werden neue Produkte geprüft und Wirkungsmechanismen, Wirkungsspektrum und Umweltverhalten untersucht.
Schwerpunkte der letzten Jahre waren der Obstbau (Blattläuse, Schorf, Regenflecken) und der Rebbau (Echter Mehltau, Graufäule). Daneben wurden auch in vielen weiteren Kulturen einzelne neue Produkte getestet, z.B. bei Steinobst, Gemüse (weisse Fliegen, Schnecken), Erdbeeren (Graufäule) und Kartoffeln (Krautfäule, Rhizoctonia).
Achtung: Auf zertifizierten Biobetrieben dürfen nur Produkte eingesetzt werden, welche für diese Indikation in der Hilfsstoffliste aufgeführt sind! Für Praxisversuche mit noch nicht bewilligten Produkten oder Indikationen ist im Voraus eine Bewilligung zu beantragen. Bitte senden Sie dazu das folgende Formular (deutsch oder französisch) an das FiBL. |