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Pestizidfreier Apfelanbau

Pestizidfreie Apfelproduktion dank Systemdesign und Biocontrol (SustainableFruitSystem)

Im biologischen und integrierten Apfelanbau ist in den letzten 10 Jahren eine Intensivierung zu erkennen, sodass heute Produkte auf den Markt kommen, die mit dem einsatz von intensiven Pflanzenschutzesmassnhamen produziert weden. Parallel dazu ist eine gewisse Verwässerung der ursprünglichen Ideen des Biolandbaus und der Integrierten Produktion zu beobachten. Die Konsumentinnen und Konsumenten verlangen aber immer mehr nach zumindest rückstandsfreien oder besser pestizidfrei produzierten Produkten. Diesem Wunsch nach pestizidfrei produzierten Äpfeln könnte nachgekommen werden, wenn alle systemstabilisierenden Massnahmen ideal kombiniert werden. Daraus resultiert ein Low-Input-Apfelanbau: ideale Standortwahl, resistente Apfelsorten, ökologische Elemente zur Förderung von Nützlingen und der additive Effekt von Biocontrolmethoden.

Verschiedene Forschergruppen haben bereits zeigen können, dass systemstabilisierende Massnahmen grosse Vorteile bringen. In vielen Versuchen zeigte sich jedoch auch, dass die Schädlinge und Krankheiten nicht immer unter die Schadschwelle gedrückt werden können. Ergänzende Massnahmen sind nötig. Die biologische Regulierung (Biocontrol) würde sich in vielen Fällen anbieten: Blattlausräuber gegen Blattläuse, Granuloseviren gegen Wicklerarten, Bacillus thuringiensis gegen Frostspanner, Bacillus subtilis gegen Feuerbrand, andere Bakterienarten gegen Schorf. Bis anhin wurde aber noch nie geprüft, ob die Systemstabilisierung in Kombination mit Biocontrol zu einer ausreichenden und zuverlässigen Unterdrückung der Schaderreger führt.

Ziel des Versuchs

Ziel dieses Versuchs ist es, den zukünftigen Low-Input-Apfelanbau ohne Pestizide mit den bestmöglichen systemstabilisierenden Massnahmen und in Kombination mit den modernen Biocontrolmethoden zu prüfen und den Produzenten zu demonstrieren. Der Versuch soll zudem aufzeigen, wo die systemstabilisierenden Massnahmen und Biocontrolmethoden nicht ausreichen. Als Vergleich wird der aktuell gängige High-Input-Bio- und IP-Apfelanbau auf gleichzeitig gepflanzten Parzellen auf Betrieben in verschiedenen Regionen der Schweiz herangezogen.

Konzeption des Versuches

Ein Kernversuch von rund 1 ha (quadratisch, um Randeffekte zu vermeiden) ist im Winter 2006/07 am FiBL gepflanzt worden. Die Anlage wurde ganzflächig mit den nach neuestem Wissen ausgewählten Elementen der Systemstabilisierung versehen. Damit ist nur ein Systemvergleich und keine Einzelkomponentenanalyse (z.B. Hecken, Einsaaten, Baumstreifenbegrünung) möglich. In zwei Wiederholungen werden zwei Verfahren getestet (4 Blöcke, Verfahren diagonal gegenüberliegend).

Die zwei Verfahren sind: „Systemstabilisierung“ und „Systemstabilisierung plus Biocontrol“. Als Biocontrolmethoden kommen alle für den Apfelanbau tauglichen Produkte in Frage: Granuloseviren gegen Apfelwickler, Bacillus thuringiensis gegen Raupenschädlinge, Marienkäfer oder Ohrwürmer gegen Blattläuse, Raubmilben gegen Spinmilben etc. Dabei werden die Biocontrolprodukte, wie in der aktuellen Diskussion um deren Zulassung in der EU, nicht als klassische Pestizide definiert. Dank der beiden Verfahren kann der additive Effekt der systemstabilisierenden Massnahmen und der Biocontrolmethoden quantitativ erhoben werden. Dies ist weltweit der erste Versuch dieser Art. Die Referenzparzellen liegen nicht innerhalb Modellanlage, weil sonst eine gegenseitige Beeinflussung nicht ausgeschlossen werden kann. Für den quantitativen Vergleich der im Versuch erhobenen obstbaulichen und ökologischen Daten werden Erhebungen in möglichst benachbarten Praxisobstparzellen erhoben.

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Alle Mitarbeitenden

Kontakt

Eric Wyss

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© 2008 FiBL Forschungsinstitut für biologischen Landbau
Last Update 26.02.2007 | Comments: webmaster@fibl.org

   
Erstellung der Versuchsanlage, (c) FiBL, Bild: Franco Weibel