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Auszüge aus dem FiBL-Dossier
"Bio fördert Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt" 

Erreicht Bio ansprechende Erträge?

Biologisch angebaute Kulturen erreichen auch langfristig das Ertragsniveau mineralisch gedüngter und chemisch-synthetisch geschützter Kulturen nicht. Mit Ertragseinbussen von durchschnittlich 20 Prozent muss im Bioanbau gerechnet werden.

Der rund 50 Prozent geringere Einsatz an Düngern und fossiler Energie und der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel in den biologischen Anbausystemen hat im Vergleich zum konventionellen System zu durchschnittlich nur 21 Prozent tieferen Erträgen geführt.

Die in den Bioverfahren im Durchschnitt über Erwarten hohen Erträge geben Anlass zur Vermutung, dass die Pflanzen in Bioböden vermehrt von Wurzelsymbiosen mit Rhizobien und Mykorrhizapilzen profitieren. Bei den Kartoffeln des DOK-Versuchs waren die Ertragseinbussen in den biologischen gegenüber dem konventionellen Verfahren sehr hoch.

Erklärung dafür dürften der hohe Nährstoffbedarf der Kultur während der relativ kurzen Kulturdauer und die hohe Krankheitsanfälligkeit der Kartoffeln sein. Dank der vorteilhaften Fruchtfolge und der mechanischen Regulierungsmassnahmen wurden die Begleitkräuter in keiner der biologisch angebauten Kulturen zur Konkurrenz. Durch die Möglichkeit, bei Bedarf direkte Pflanzenschutzmassnahmen durchführen zu können, haben die konventionellen Anbausysteme aber eine leicht höhere Ertragsstabilität erzielt.

Die Fortsetzung des Versuches wird zeigen, ob die biologischen Systeme dank intensiverer biologischer Umsetzungsprozesse im Boden die tieferen Nährstoffgehalte im Boden werden kompensieren können.

Winterweizen Kornertrag

In der ersten Fruchtfolgeperiode waren die Weizenerträge in den einzelnen Anbausystemen noch auf einem vergleichbaren Niveau. Später betrugen die Ertragsunterschiede zwischen den praxisüblichen Verfahren 11 bis 14 Prozent. Bedingt durch eine verbesserte Anbautechnik und eine bessere Sorte stieg der Weizenertrag in der zweiten Fruchtfolge in allen Anbausystemen an und pendelte sich bei den Bioverfahren bei 4.1 Tonnen Trockensubstanz pro Hektar ein.

Kartoffeln Knollenertrags

Die Kartoffelerträge waren in den biologischen Verfahren um 34–42 Prozent tiefer als in den konventionellen. Dies war schon kurze Zeit nach der Umstellung festzustellen. Neben dem geringeren Gesamtertrag an Kartoffeln war der marktfähige Anteil infolge einer kleineren Sortierausbeute und mehr Drahtwurmschäden in den biologischen Verfahren geringer.

 

Kleegrasertrag im 1. und 2. Hauptnutzungsjahr

Die Unterschiede im Ertrag der Kunstwiese waren mit 11–13 Prozent über die beiden ersten Hauptnutzungsjahre vergleichsweise gering. In der dritten Fruchtfolgeperiode vergrösserte sich der Ertragsunterschied zwischen den biologischen und konventionellen Verfahren, was möglicherweise auf den Wechsel zu einer anderen Ansaatmischung und etwas reduzierten Hofdüngergaben zurückzuführen war. Der kleine Unterschied zwischen den beiden biologischen Verfahren in der dritten Fruchtfolgeperiode lässt sich durch die erhöhte Kaliumzufuhr im biologischdynamischen Verfahren erklären.

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© 2008 FiBL Forschungsinstitut für biologischen Landbau
Last Update 14.09.2006 | Comments: webmaster@fibl.org

FiBL-Dossier DOK-Versuch  
Cover: Dossier Bio fördert Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt
Am Anfang stand die Frage: Ist Biolandbau machbar?
Versuchsanlage
Fruchtfolge, Sortenwahl und Bodenbearbeitung
Erreicht Bio ansprechende Erträge?
Sind Nährstoffzufuhr und -entzug im Gleichgewicht?
Ist Bio auch sparsamer?
Tut Bio dem Boden gut?
Laugt Bio den Boden aus?
Hinterlässt Bio eine bessere Bodenstruktur?
Sind Bioböden lebendiger?
Kohlenstoffkreislauf im Boden
Höhere Artenvielfalt in der Kultur – was bringt das?
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