Auszüge aus dem FiBL-Dossier
"Bio fördert Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt"
Sind Bioböden lebendiger?
Biologische Bewirtschaftung fördert die Entwicklung der Regenwürmer und
der oberirdisch lebenden Gliedertiere.
Die zahlreicher vorkommenden Räuber helfen, Schädlinge
in Schach zu halten.
Gliedertiere
Gliedertiere wie Laufkäfer, Kurzflügelkäfer und
Spinnen gelten als empfindliche Bioindikatoren für die Bewertung
der Lebensraumqualität. Viele Arten dieser Tiergruppen sind
wichtige Schädlingsvertilger in vielen landwirtschaftlichen
Kulturen. Sie leben räuberisch von anderen Insekten und können
täglich Beutemengen bis zum Doppelten des Eigengewichtes verzehren.
(Mittelwert von 1988, 1990 und 1991)

Foto: Siegfried Keller (FAL)
Häufigkeit von Laufkäfern, Kurzflüglern und Spinnen
In den Bioparzellen sind auf dem Boden lebende, nützliche
Gliedertiere fast doppelt so häufig anzutreffen wie in den
konventionellen Parzellen. Dieser Unterschied wird durch den unterschiedlichen
Eintrag von Pflanzenschutzmitteln und Düngern erklärt.
Durch verschiedene Pestizide werden diese Gliedertiere direkt abgetötet,
oder deren Beuteangebot wird reduziert. Die reichhaltigere Begleitflora
und die geringere Bestandesdichte in den Biokulturen verbessern
die Lebensraumverhältnisse für viele Arten dieser Gliedertiere
wesentlich. Gefährdete Laufkäferarten und mikroklimatisch
anspruchsvolle Arten kamen meist nur in den Bioparzellen vor.
Häufigkeit von Laufkäfern, Kurzflüglern und
Spinnen (Durchschnitt 1988, 1990 and 1991), K2 = 100 %

Regenwürmer

Foto: Daniel Zwygart
Die Regenwürmer reagieren bekanntlich empfindlich gegenüber
vielen chemischen Pflanzenschutzmitteln. Da andere mögliche
Einflussfaktoren wie Bodenbearbeitung und Fruchtfolge im DOK-Versuch
in allen Verfahren sehr ähnlich sind, werden die Unterschiede
zwischen den konventionellen und den biologischen Verfahren in
erster Linie als Reaktion auf die Pestizidbehandlungen in den konventionellen
Parzellen interpretiert.
Kleegras in der Fruchtfolge und organische Dünger wirkten
sich förderlich auf die Regenwurmpopulationen aus. In den
Bioverfahren waren die agrarökolgisch wichtigen, vertikal
grabenden Regenwurmarten (Nicodrilus sp.) häufiger vorhanden.
Biomasse und Individuenzahl der Regenwürmer (Mittelwert
von 1990, 1991 und 1992)

Die biologischen Verfahren wiesen an allen Untersuchungsterminen
die höchste Regenwurmbiomasse und Anzahl Individuen auf. Die
Biomasse der Regenwürmer war um 30–40 Prozent, ihre
Anzahl um 50–80 Prozent höher als im konventionellen
Verfahren. Gegenüber dem rein mineralisch gedüngten Verfahren
waren die Unterschiede noch grösser.
Kohlenstoffkreislauf
auf im Boden
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