Auf Pilotbetrieben wird die Ertragssicherheit im biologischen
Rebbau erhöht
Lucius Tamm &
Dominique Lévite
Gegenwärtig gibt es in der Schweiz rund 50 Betriebe
mit ca. 200 ha biologischem Weinbau. Der Echte sowie der Falsche
Rebenmehltau (Uncinula necator resp. Plasmopara viticola)
sind das grösste Pflanzenschutzproblem. Die Bekämpfungsmethoden,
die derzeit im biologischen Weinbau zur Verfügung stehen, werden
vielerorts erfolgreich angewendet. Allerdings ist die Handhabung
wesentlich anspruchsvoller als im konventionellen oder integrierten
Anbau. Behandlungsfehler haben oft Krankheitsausbrüche zur
Folge, die im Verlauf der Saison nicht mehr zu korrigieren sind.
Von 1997-2000 optimierten wir auf fünf biologischen
Weinbaubetrieben in der Romandie (Westschweiz) die Anbautechnik
und den Pflanzenschutz, wobei wir auch automatisierte Klimastationen
einsetzten. Zudem wurde die Weiterbildung und Beratung der Produzenten
mittels Biorebbauringen intensiv vorangetrieben. Die Pilotbetriebe
konnten dadurch die Qualität und Quantität ihrer Weine
deutlich erhöhen und neue Absatzkanäle erschliessen.
Ähnliche Arbeiten führen wir derzeit auch auf ausländischen Weingütern
durch. Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, eine Produktion von ausländischen
Bioweinen nach Schweizer Bio-Richtlinien zu ermöglichen. Dabei stehen
drei produktionstechnische Herausforderungen im Vordergrund:
- Kontrolle des Falschen Mehltaus mit den in der Schweiz zugelassenen,
geringeren Kupfermengen. Dabei kommen die in der Schweiz bereits
seit einigen Jahren angewendeten Tonerdeprodukte zum Einsatz.
- Begrünung: Die Begrünung von Rebbergen hat vielfältige ökologische
und anbautechnische Vorteile und wird deshalb in der Schweiz seit
einigen Jahren praktiziert. Im mediterranen Raum ist sie jedoch
weitgehend unbekannt. In diesem Projekt untersuchen wir die Eignung
verschiedener Kräuter für die Begrünung in mediterranen Rebbergen.
- Förderung eines wirksamen Öko-Ausgleichs durch Ergänzung und
Vernetzung der existierenden Strukturen.
Parallel zu diesen Arbeiten untersuchen wir auch interspezifische
Rebsorten, welche wesentlich robuster gegenüber dem Falschen Mehltau
sind. In unserem Rebberg in Frick kultivieren wir seit 1999 zehn
ausgewählte interspezifische Sorten.
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