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Beerenanbau

Torfloser Heidelbeeranbau - erste Resultate

Der Heidelbeeranbau stösst vor allem bei Bioproduzenten auf zunehmendes Interesse. Anders als in den USA und Deutschland traten bis jetzt in der Schweiz kaum grössere Probleme mit Schaderregern auf. Heidelbeeren benötigen aber einen leichten, mit organischem Material angereicherten Boden mit einem pH-Wert möglichst unter 5. Solche Böden sind in der Schweiz jedoch selten anzutreffen, weshalb in der konventionellen Produktion häufig Torf zur Bodenverbesserung eingesetzt wird. Im Bioanbau ist dies nicht erlaubt.

Gemäss bisherigen Versuchsresultaten ist reines Fichtensägemehl die beste Alternative zu Torf. Zumindest in der Startphase wirkt sich eine Abdeckung des "Sägemehlbeetes" mit Fichtenrinde positiv auf das Pflanzenwachstum aus. In einem 1998 angelegten Feldversuch am FiBL sind Alternativen zum kosten-, zeit- und materialaufwändigen "Graben-System" in Prüfung. Dabei schneidet das "GrAmm-System" - ein Zwischending von "Graben-" und "Damm-System", jedoch ohne Verwendung von Plastikfolie - bisher am besten ab. Der Einsatz von elementarem Schwefel zur pH-Regulierung wirkt sich positiv auf das Pflanzenwachstum aus. Die Resultate des Feldversuches beziehen sich auf die beiden ersten Standjahre (Aufbauphase ohne Früchte); wie sich die einzelnen Verfahren während der Ertragsphase verhalten, wird die Zukunft weisen.

 
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Botrytisregulierung bei Erdbeeren

Die Graufäule (Botrytis cinerea) kann bei Erdbeeren je nach Witterung während der Blüte- und Erntezeit zu massiven Ertragsausfällen führen. Zurzeit sind im Bioanbau keine Botrytizide zugelassen. Früchte können auf zwei Arten erkranken:

  1. Infektionen der Blüten. Bei feuchter Witterung während der Reife beginnen Früchte zu faulen. Herrscht während der Reife trockene Witterung, bricht die Krankheit bei infizierten Früchten in der Regel nicht aus.
  2. Direkten Kontakt mit faulen Nachbarfrüchten oder durch Bodenkontakt.

Botrytisresistenzen sind bei Erdbeeren keine bekannt, wohl aber unterschiedliche Anfälligkeiten einzelner Sorten. Als weniger anfällig gelten Sorten, welche Blüten und Früchte über dem Laub tragen, feste Früchte mit einem langen Hals und einem nach hinten gerichteten Kelch aufweisen. Reift der Zapfen nach dem umliegenden Fruchtfleisch, reduziert dies die Anfälligkeit zusätzlich.

2000 wurden am FiBL sowohl Versuche zur indirekten, wie auch zur direkten Krankheitsregulierung durchgeführt. Der Effekt folgender drei indirekten Massnahmen wurde geprüft: Ein- statt zweireihiges Pflanzsystem, im Frühjahr verdorrte Blätter und während der Ernte faule Früchte konsequent aus der Anlage entfernen. Die Kombination der drei Massnahmen halbierte den Botrytisbefall von 10 % auf 5 % befallene Früchte. Bei der Weissfleckenkrankheit (Mycosphaerella fragariae) trat gar eine Reduktion von 13 % auf 1 % befallene Blattfläche ein.

Zur direkten Botrytisregulierung wurde ein natürlicher Gegenspieler der Graufäule (Trichoderma sp.) eingesetzt. Das Präparat wurde in einem Verfahren herkömmlich gepritzt, in einem anderen mit Hilfe von Hummeln appliziert. Der statistisch gesicherte Wirkungsgrad lag beim "Hummelverfahren" mit rund 30 % leicht über dem Spritzverfahren. Weitere Versuche sind in Planung.

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Himbeerkäferbekämpfung

Der Himbeerkäfer (Byturus tomentosus) führt bei Sommerhimbeeren - je nach Region - zu massiven Ertragausfällen beziehungsweise Qualitätseinbussen. Gefährdet sind vor allem waldnahe Parzellen.

Die im Bioanbau zugelassenen Insektizide zeigten bisher keine oder nur eine unbefriedigende Wirkung gegen den Himbeerkäfer. Aus diesem Grund starteten wir 1998 Versuche zum Massenfang des Himbeerkäfers mittels beleimter Weissfallen. Weissfallen wurden bis anhin zu Prognosezwecken verwendet. Werden jedoch 3-5 Fallen pro 10 Laufmeter aufgehängt, tritt eine nachweisliche Befallsreduktion ein. 1999 und 2000 durchgeführte Praxisversuche ergaben Wirkungsgrade von 50 bis 65 %. Bei der Massenfang-Methode sollten die Fallen so lange in der Anlage hängen bleiben, bis keine Käfer mehr fliegen. Ziel dieser Massnahme ist die langfristige Populationsreduktion. Trotz der relativ hohen Kosten scheint sich diese Methode finanziell zu lohnen, wie erste Berechnungen zeigen. Zurzeit ist der Massenfang lediglich für Versuchszwecke zugelassen. An der Methode interessierte Betriebe melden sich deshalb bitte bis spätestens Ende Februar beim FiBL.

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Regulierung von Rutenkrankheiten bei Himbeeren

In der Praxis wird das Wurzelsterben (Phytophthora fragariae) häufig mit der Rutenkrankheit (diverse Erreger) verwechselt. Sterben nur Trag- und keine Jungruten ab, handelt es sich in der Regel um Rutenkrankheiten, sterben nebst den Tragruten auch Jungruten ab, handelt es sich eher um das Wurzelsterben. Zweifelsfrei lassen sich die Erreger jedoch nur im Labor bestimmen.

Didymella applanata ist in der Schweiz wohl eine der wichtigsten Rutenkrankheiten. Zu deren Bekämpfung ist im Bioanbau Kupfer zugelassen (höchstens 2.0 kg metallisches Kupfer/ha und Jahr). Spritzversuche mit Kupfer sowie Tonerde-Präparaten und Fenchelöl ergaben jedoch keine befriedigende oder keine Wirkung. Viel effizienter war hingegen die indirekte Massnahme "Luft in die Bestand bringen". Dazu werden die Strauchstreifen möglichst unkrautfrei gehalten. Eine im frühen Frühjahr ausgebrachte Mist- oder Kompostschicht (je nach Nährstoffbedarf und Druck durch Wurzelsterben) helfen den Beikrautdruck zu reduzieren. Ferner sollten Jungruten bei ca. 20 cm und ein zweites Mal bei ca. 50 cm Höhe auf 8 bis 12 Stück pro Laufmeter ausgedünnt werden. Diese Methode drückte in FiBL-Versuchen den Befallsdruck gegenüber den "unbehandelten" Kontrollparzellen um zwei Drittel.

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Witterungsschutz bei Strauchbeeren

Weniger witterungsbedingte Ausfälle, bessere Haltbarkeit der Früchte im Laden, geringerer Krankheitsdruck sowie eine kontinuierliche Marktbelieferung sind Punkte, die für einen Witterungsschutz bei Strauchbeeren sprechen. Dem stehen Nachteile wie der hohe Rohstoff- und Energieverbrauch für die Fertigung, die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, der erhöhte Schädlingsdruck (Spinnmilben) und die sich aufdrängende Installation einer Bewässerung gegenüber. Die Gewichtung dieser Vor- und Nachteile obliegt dem einzelnen Produzenten. Inwiefern sich ein Witterungsschutz finanziell auszahlt, ist mit dem Erlös der angebauten Kultur verbunden. Je höher der Erlös, umso schneller wird auch ein Witterungschutz rentabel. Das Lehrgeld für komplette Eigenkonstruktionen ist häufig zu hoch. Die jährlich aktualisierte FiBL-Liste "Regendach-Systeme für Strauchbeeren" gibt einen Überblick über die wichtigsten, im Handel erhältlichen Systeme.

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© 2002 FiBL Forschungsinstitut für biologischen Landbau
Last Update 24.07.2006 | Comments: webmaster@fibl.org

Übersicht  
Torfloser Heidelbeeranbau
Botrytisierung bei Erdbeeren
Himbeerkäferbekämpfung
Regulierung von Rutenkrankheiten bei Himbeeren
Witterungsschutz bei Strauchbeeren
 
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