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Auswirkungen von biologisch-dynamischen Präparaten, Bodenbearbeitung und Düngung auf Ertrag und Bodenfruchtbarkeit

Alfred Berner, Paul Mäder, Robert Frei

Sonnenblumen © FiBL, Bild: Thomas Alföldi  
Sonnenblumen, die Feldkultur im Jahr 2004. (Bild: Thomas Alföldi, FiBL)  

In einem Parzellen-Langzeitversuch auf dem FiBL-Betrieb in Frick, wird in einer sechsjährigen Fruchtfolge die pfluglose Bodenbearbeitung auf einem schweren Lehmboden an die Verhältnisse des Biolandbaus angepasst. Landwirte haben diesen Versuch angeregt und sind in die Versuchsdurchführung und Begleitung eingebunden.

Der pfluglose Anbau bringt viele Vorteile: er schont die Bodenfruchtbarkeit und spart zudem Energie und Arbeit. Eine Herausforderung sind beim pfluglosen Anbau aber das vermehrte Aufkommen von Unkräutern und Schnecken und die verzögerte Stickstoffnachlieferung des Bodens, insbesondere im Frühjahr. In der Integrierten Produktion sind diese Anbauprobleme unter Einsatz von Herbiziden, Schneckenkörnern und rasch wirksamen mineralischen Stickstoffdüngern weitgehend gelöst. Im Biolandbau sind solche Hilfsmittel aber verboten. Daher wurden schon viele Versuche mit reduzierter Bodenbearbeitung im Biolandbau nach einigen Jahren wieder abgebrochen. Die Ertragsausfälle wegen Unkrautkonkurrenz durch Winden, Disteln und Gräser und Probleme mit der Bodenstruktur waren oft zu gross. Neue Bodenbearbeitungsgeräte, die Optimierung der Düngung und der Einsatz pflanzlicher und mineralischer Präparate aus der biologisch-dynamischen Landwirtschaft sollen helfen, diese Probleme zu überwinden.

  Spezialgrubber © FiBL, Bild: Alfred Berner
  Mit diesem Grubber wird bei der pfluglosen Bodenbearbeitung der Boden gelockert. Die Werkzeuge können den Anforderungen entsprechend einfach ausgewechselt und verstellt werden. Mit den Gänsefussscharen wird Unkraut unterdrückt und mit den schmalen Lockerungsscharen der Boben bis 20 cm tiefe gelockert. (Bild: Alfred Berner, FiBL)

In der pfluglosen Variante arbeiten wir hauptsächlich mit dem Grubber nach Wenz, der zum Lockern, mit speziellen Zinken versehen aber auch zum Schälen (Stoppelbearbeitung) genutzt wird. Letztes Jahr lockerten wir den kompakten Lehmboden nach der Weizenernte bei trockener Witterung bis 20 cm und stabilisierten anschliessend das Gefüge mit einer Einsaat aus Hafer, Alexandrinerklee und Perserklee. Gepflügt wird bis auf lediglich 15 cm Tiefe. Sowohl in den gepflügten als auch in den ungepflügten Varianten bereiten wir das Saatbeet praxisüblich mit dem Rototiller zu.

Auf den tonigen, schweren Lehmböden in Frick wurde bisher Vollgülle zur Düngung empfohlen. Durch Mistkompost, ergänzt mit einer reduzierten Menge Gülle, bauen wir den Boden auf. Getreu dem Motto: den Boden ernähren und nicht direkt die Pflanze, wie dies mit Gülle geschieht. Wir untersuchen, welche Hofdüngerform über lange Zeit die beste Wirkung auf die Bodenfruchtbarkeit, den Ertrag und die Stickstoffeffizienz aufweist?

Nach Beobachtungen von Landwirten tragen die biologisch-dynamischen Präparate über eine Bodenbelebung wesentlich zur Verbesserung der Krümelstruktur im Boden bei. Lassen sich die Wirkungen der biologisch-dynamischen Präparate im wissenschaftlichen Exaktversuch nachweisen? Wie ist die Wirkung von biologisch-dynamischen Präparaten bei Düngungssystemen mit Mistkompost beziehungsweise mit Gülle? Erleichtern biologisch-dynamische Präparate Bestellverfahren mit reduzierter Bodenbearbeitung? Auf diese Fragen gibt der neu gestartete Versuch Antwort.

Ausbringen von Präparaten © FiBL, Bild: Thomas Alföldi  
Die biologisch-dynamischen Präparate, hier Hornkiesel, werden mit der Rückenspritze auf den einzelnen Parzellen ausgebracht. (Bild: Thomas, Alföldi, FiBL)  

Der Versuch ist vollfaktorisiert (biologisch-dynamische Präparate x Düngung x Bodenbearbeitung), Das heisst, jede Variante ist mit jeder anderen Variante kombiniert, woraus acht Verfahren resultieren. Er steht jetzt im zweiten Jahr und soll bis 2011 dauern.
Die Weizenerträge im ersten Jahr (2003) waren im gepflügten Feld etwas höher als im ungepflügten und Vollgülle brachte geringfügig mehr Ertrag als Mistkompost. Beim anschliessenden Zwischenfutter kehrten sich die Verhältnisse aber um. Für eine fundierte Aussage, welches System für diesen Standort am besten angepasst ist, ist es entschieden zu früh, denn der Boden ist noch in einer Umstellphase, weil er nur langsam auf Bewirtschaftungseinflüsse reagiert.
In den Sonnenblumen (2004) liessen sich bereits im zweiten Versuchsjahr deutliche Unterschiede in der Bodenstruktur beobachten. Der nicht gepflügte Boden hatte eine deutlich bessere Struktur und auch eine erhöhte Tragfähigkeit. In diesen Parzellen waren im Gegensatz zu den gepflügten Parzellen keine Traktorspuren von der Saat her zu erkennen, und die Sonnenblumen wuchsen folglich besser und zeigten ein satteres Grün. Erste vertiefte Bodenuntersuchungen werden 2005 durchgeführt. Wir messen die Wurzelentwicklung, die Wasserinfiltration, die mikrobielle Aktivität, die Regenwurmbiomasse und den Humusgehalt.

Dieser Versuch wird gefördert durch (alphabetisch):

  • Bundesamt für Landwirtschaft (CH)
  • Dutch BD-Vereniging (NL)
  • Evidenzgesellschaft (CH)
  • Sampo Initiative zur Förderung Anthroposophischer Forschung und Kunst (CH)
  • Software AG-Stiftung (DE)
  • Stiftung zur Pflege von Mensch, Mitwelt, Erde (CH)

Projektbegleitung (alphabetisch):

  • Eidg. Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau
  • Förderer
  • Institut für biologisch-dynamische Forschung
  • Landwirtschaftliche Abteilung am Goetheanum
  • Verein für biologisch-dynamische Landwirtschaft
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Literatur

bioaktuell 5/2006: Neuer Langzeitversuch über Bodenbearbeitung, Düngung und Präparate
Literatur zu diesem Arbeitsschwerpunkt in der Datenbank Organic Eprints

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Weiterführende Links

Projektbeschreibung in Organic Eprints

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© 2008 FiBL Forschungsinstitut für biologischen Landbau
Last Update 18.05.2007 | Comments: webmaster@fibl.org

Radiobeitrag  
Utensilien eines Radioreporters © Deuschlandradio
  Neuland ohne Pflug - Techniken für einen nachhaltigen Ackerbau
Radiobeitrag von Deutschlandfunk
Text zum Beitrag: Neuland ohne Pflug
  Sendezeit: 20.08.2006 16:30
Autor: Fuhs, Michael
Sendung: Wissenschaft im Brennpunkt
Länge: 27:19 Minuten