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Adrian Müller

Müller Adrian
(Dr. sc. nat.)

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Klimawandel - Biolandbau trägt zu klimafreundlichen Ernährungssystemen bei

Dieser Tage wird ein neuer Bericht zum Potential des biologischen Landbaus zur Minderung des Klimawandels beizutragen veröffentlicht. Das FiBL hat diesen Bericht für die IFOAM-EU Gruppe, den Europäischen Dachverband von Bioproduzenten, -verarbeitern und anderen Akteuren des Biolandbaus, verfasst.

Cover Bericht
(26.04.2017) 

Es ist die aktuellste Zusammenstellung der Fakten zum Klimaschutzpotential des Biolandbaus und zum Beitrag des Biolandbaus zu einer Vielzahl weiterer wichtiger Nachhaltigkeitsthemen wie Biodiversität oder – neben der Minderung – auch die  Anpassung an den Klimawandel.

Neben einer allgemeinen Übersicht zu den Leistungen und dem Potential des Biolandbaus wird dabei insbesondere auf die Situation in der Europäischen Union (EU) und die Möglichkeiten des Biolandbaus zu den EU-Klimazielen beizutragen fokussiert. 

Der Biolandbau hat grosses Minderungspotential vor allem durch die erhöhte Bindung von CO2 im Boden (Humusaufbau), durch niedrigere Stickstoffgaben und den Verzicht auf mineralische Stickstoffdünger. Aktuell (2015) werden 6% der Landwirtschaftsfläche in der EU biologisch bewirtschaftet. Ein gradueller Anstieg vom heutigen Niveau auf 50% im Jahr 2030 könnte  Emissionen in der Grössenordnung von etwa 10 bis 15% der landwirtschaftlichen Emissionen vermeiden (geringere Stickstoffzufuhr, keine Mineraldünger) oder kompensieren (Kohlenstoffbindung im Boden). Im Jahr 2030 würde die Minderungsleistung etwa 30% betragen.

Dabei ist zu betonen, dass diese Minderungsleistung wegen der Sättigungsdynamik beim Humusaufbau nach 2030 wieder abnehmen würde: bei gleichbleibendem Niveau von 50% biologischen Anbauflächen würde die Minderungsleistung im Jahr 2060 wieder etwa 10 bis 15% betragen. Weiter ist zu betonen, dass wegen der tieferen Erträge im biologischen Landbau eine solche Umstellung mit entsprechenden Veränderungen im Konsum kombiniert werden müsste, um eine reine Verlagerung der Emissionen über erhöhte Importe zu verhindern (weniger Abfälle, weniger tierische Produkte).

Der Biolandbau hat somit Potential zum Klimaschutz beizutragen. Klimaschutz ist aber nur einer von vielen wichtigen Aspekten einer nachhaltigen Landwirtschaft und der biologische Landbau trägt auch zu einer Vielzahl dieser anderen Aspekte bei, wie zur verbesserten Bodenqualität, zur Biodiversität oder reduzierten Nährstoffbelastung von Ökosystemen. Neben der Minderung des Klimawandels trägt der Biolandbau auch in erheblichem Masse zur Anpassung an den Klimawandel bei.

Wichtig ist es, dieses Potential nicht nur auf die landwirtschaftliche Produktion bezogen zu betrachten, sondern Klimaschutz auf der Ebene des gesamten Ernährungssystems zu betreiben. Wichtig sind deshalb auch Änderungen im Konsumverhalten: Neben Emissionsvermeidung in der landwirtschaftlichen Produktion müssen wir den Verbrauch an tierischen Produkten sowie die Lebensmittelabfälle reduzieren.

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