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Gewässerschutz und Biolandbau am Beispiel des Zugersees

Der Zugersee zählt nach wie vor zu den nährstoffreichsten Seen der Schweiz, obwohl sich der Zustand stetig verbessert. Die lange Aufenthaltsdauer des Wassers und die fehlende Volldurchmischung im See führen dazu, dass sich ergriffene Sanierungsmassnahmen nur langsam auswirken. Der Trend zu mehr regional produzierten Biolebensmitteln könnte den Gesundungsprozess beschleunigen. Am 8. September werden zukünftige Potentiale einer gewässerfreundlichen Landwirtschaft an einer Tagung diskutiert.

Grafik, die den Phosphorehalt in Zuger-, Genfer-, Hallwiler- und Bodensee aufzeigt.

Der Phosphorgehalt in ausgewählten Seen in der Schweiz. (Quelle: Bundesamt für Umwelt)

(30.08.2017) 

Der Phosphorgehalt ist besonders bedeutend für den Nähr- und Sauerstoffhaushalt eines Sees. Mit 80 mg/m3 liegen die aktuellen Phosphorwerte des Zugersees noch klar über dem Zielgehalt von 30 mg/m3 (basierend auf der Gewässerschutzverordnung). Mit der Sanierung der Siedlungsabwässer und verschiedener Massnahmen in der Landwirtschaft, wie dem Düngeverbot entlang des Gewässers, Aufstockungsverbote und finanzieller Unterstützung beim Ausbau der Güllegruben konnte die Zufuhr von Phosphor in den letzten Jahrzehnten massiv reduziert werden.

Noch vor Einführung dieser kantonalen Gewässerschutzmassnahmen, zeigte das FiBL in der Konzeptstudie im Jahr 1987 Möglichkeiten des biologischen Landbaus im Kanton Zug auf und nahm somit eine Pionierrolle ein. Mittels Richtbeständen in der Schweinemast und Rinderhaltung, Anbau von Leguminosen statt Mineraldüngerzugabe und Untersaaten im Maisanbau sollten die Nährstoffkreisläufe geschlossen und so Stickstoffeinträge um 20 % und Phosphoreinträge ins Gewässer um 40 % reduziert werden.

Heute zeigt sich, dass das Ziel einer gewässerfreundlichen Landwirtschaft erst teilweise erreicht ist. Um die Nährstoffbelastung des Zugersees weiter zu reduzieren, sind zusätzliche Massnahmen nötig. Gerade die Umstellung auf Biolandbau kann eine zukunftsweisende Strategie sein, auch dank der heutigen grossen und weiter wachsenden Nachfrage nach regionalen und handwerklich verarbeiteten Bioprodukten. Mit "O SOLE BIO", dem Zentralschweizer Biomarkt in Zug und mit der Initiative von "Regio Fair Zentralschweiz" stehen attraktive Vermarktungsplattformen zur Verfügung. Nehmen die Landwirtschaftsbetriebe im Einzugsgebiet des Zugersees diese Chance wahr und setzen auf eine Bioproduktion mit standortangepasstem Tierbesatz, kann der Phosphoreintrag aus der Landwirtschaft weiter gesenkt werden.

Die Tagung "Wege zu sauberem Wasser und zu mehr Wertschöpfung in der Landwirtschaft" am 8. September 2017 gewährt einen Rückblick und diskutiert zukünftige Potentiale einer gewässerfreundlichen Landwirtschaft im Kanton Zug und der gesamten Schweiz.

Weitere Informationen

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Veranstaltung

bioaktuell.ch: Tagung: Zukunftsfähige, gewässerfreundliche Landwirtschaft im Kanton Zug – und in der Schweiz?

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Tel.: 041 227 75 00
E-Mail: info(at)schluechthof.ch