Kontakt

Peter Klocke
(Dr. med. vet)
Tiergesundheit
Fachgruppenleiter
FiBL
Ackerstrasse
CH-5070 Frick
Telefon +41 (0)62 865-7261
Fax +41 (0)62 865-7273
peter.klocke(at)fibl.org
Forschungsschwerpunkte Tiergesundheit
Komplementärmedizin für Tiere
Tiere werden im Krankheitsfall auf Biobetrieben mehrheitlich mit Massnahmen der Schulmedizin behandelt. Das Interesse an alternativen oder ergänzenden Heilmethoden ist jedoch gross. Die Diskrepanz zwischen deren Verbreitung in der Praxis und dem Fehlen wissenschaftlicher Nachweise zur Wirkung und Wirksamkeit derselben erfordert grundlegende Forschungstätigkeiten in standardisierten Systemen. Zur schnellen Umsetzung in die Praxis ist eine Prüfung solcher Medikamente unter Feldbedingungen unerlässlich. Ziel dieses Moduls ist folglich der Nachweis der Wirkung pflanzlicher und potenzierte Substanzen auf Biosysteme im Labor und die Prüfung der Wirksamkeit von rückstandsfreien und natürlichen Medikamenten beim erkrankten Tier. Derzeit aktuelle Empfehlungen basieren auf Erfahrungen aus der Praxis und werden mit standardisierten wissenschaftlichen Methoden untermauert. Dabei wird die Anwendbarkeit der geprüften Protokolle im Rahmen von Feldstudien in den Vordergrund gestellt.
Neben der Tumortherapie bei Kleintieren und Pferden (siehe hierzu auch www.viscumvet.org
) mit Extrakten der europäischen weissbeerigen Mistel (viscum album L.) steht die Anwendung pflanzlicher Arzneimittel zur Vermeidung und Kontrolle wichtiger Erkrankungen bei Nutztieren (Stoffwechsel- und Fruchtbarkeitsstörungen) im Vordergrund der Forschungsaktivität. Daneben werden Landwirte und Tierärzte in der Anwendung komplementärer Heilverfahren unterstützt (z.B. im Rahmen des Kometian-Projektes (www.kometian.ch
).
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Epidemiologie und Entwicklung präventiver Tiergesundheitsstrategien
Die Gesundheit der landwirtschaftlichen Nutztiere wird von vielen Faktoren geprägt, zum Beispiel durch die Umwelt, die Fütterung, die Haltung, das Sozialverhalten in der Herde, das Management und die Betreuung durch die Menschen. Die wissenschaftliche Analyse all dieser Faktoren und deren Wirkungen auf die Gesundheit liefert wertvolle Informationen für die Beratung und die Praxis. Dabei ermitteln wir die Faktoren, die für das Gesundheitsgeschehen in Nutztierherden verantwortlich sind (Epidemiologie). Das FiBL-Betriebsnetz "pro-Q" mit mehr als 150 Milchviehbetrieben dient als Daten- und Untersuchungsgrundlage solcher Analysen. Ziel ist es, Faktorenkataloge zu erarbeiten, die im Besonderen die Situation im Biolandbau und dessen spezielle Gegebenheiten berücksichtigen.
Darauf aufbauend dienen die Ergebnisse der epidemiologischen Untersuchungen als Grundlage für ganzheitliche Tiergesundheitskonzepte zur Vermeidung von Tierkrankheiten in der Praxis. Derartige Tiergesundheitskonzepte existieren bereits für den Bereich Eutergesundheit und werden für andere Erkrankungskomplexe und Tierarten weiterentwickelt. Ein Forschungsschwerpunkt bildet zur Zeit die Analyse der Eutergesundheitsrisikofaktoren von erstkalbenden Rindern, von der Geburt bis zur ersten Kalbung.
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Tiergesundheit und Nachhaltigkeit
Viele in epidemiologischen Studien gewonnene Erkenntnisse werden in Bestandesbetreuungssystemen umgesetzt. Landwirte, welche sich solchen Betreuungssystemen anschliessen, erhalten eine umfassende und ganzheitliche Tiergesundheitsberatung. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit der Tierhalter mit der landwirtschaftlichen Beratung und den Tierärzten. Unsere Spezialität ist dabei, dass dieses Betreuungskonzept seinen Schwerpunkt im Tierwohl, in der Krankheitsvorbeugung, in der Komplementärmedizin und in der hohen Qualität von Milch und Fleisch hat. Die Betreuungssysteme können für verschiedene Problembereiche (Fütterung & Stoffwechsel, Eutergesundheit, Fruchtbarkeit) und Tierarten genutzt werden. Besonderer Wert wird zusätzlich auf die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Tierhaltung gelegt.
Den derzeitigen Schwerpunkt stellt das Projekt "Feed no Food - Gras und Heu statt Kraftfutter fürs Rind "dar, bei dem seit 2009 die Umsetzung einer deutlich kraftfutterreduzierten bzw. kraftfutterfreien Rinderfütterung als Ziel verfolgt wird. Auch wird seit nahezu 10 Jahren das Thema "Einsatz von Antibiotika und deren Reduzierung in der Nutztierhaltung" (pro-Q) mit Erfolg bearbeitet. Das pro-Q-Projekt und dessen Betriebsnetz bildete dafür die Grundlage.
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Aquakulturforschung am FiBL
Nachhaltigkeit ist auch in der Aquakultur ein vorrangiges Anliegen für Praxis, Forschung und Beratung. Am FiBL liegt der Schwerpunkt der Aquakultur vor allem in den Bereichen Futtermittelentwicklung, tierartgerechte Haltung und Fischgesundheit.
Angesichts von mehr als 20 Millionen Tonnen Kleinfischen, die alljährlich nur zum Zweck der Fischmehlherstellung für Futtermittel aus den Weltmeeren gefischt werden, ist die Erschliessung von nachhaltigen Proteinträgern, die nicht in direkter oder indirekter Konkurrenz zur menschlichen Ernährung stehen, ein überaus wichtiger Aspekt der Aquakulturforschung. Die Transformation von organischen Abfallstoffen aus der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie mit Hilfe von Insektenlarven, die in verarbeiteter Form eine Alternative zu Fisch- und Getreidemehlen darstellen, wird seit einigen Jahren sehr erfolgreich am FiBL vorangetrieben. In einem Verbundprojekt mit Schweizer Hochschulen, der Lebensmittelwirtschaft und Industriepartnern, wird eine Gesamtstrategie entwickelt, die das Insekt Hermetia illucens ("Black Soldier Fly") nutzt, um eine wahrhaft nachhaltige Alternative zu Fisch- und Sojamehl für die Futtermittelindustrie zur Verfügung zu stellen.
Weitere Forschungsschwerpunkte sind die Entwicklung von neuen Indikatoren für die Beurteilung des Fischwohls in der Praxis der (Bio)-Fischzuchten und die Erforschung alternativer Behandlungsmöglichkeiten im Fall von Fischkrankheiten auf phytotherapeutischer Basis. Die FiBL-Aquakultur ist eng mit der Praxis in der Schweiz verbunden und betreibt ihre Feldforschung auf zertifizierten biologischen Forellenzuchtbetrieben. Ausserdem verfügt sie über ein Fischlabor mit einer dreissigteiligen Aquarienanlage für Serienversuche in den Bereichen Fischernährung und Fischgesundheit. Die FiBL-Aquakultur ist Ansprechpartner in allen Fragen der Biofischzucht von der Umstellungsberatung bis hin zu konkreten Fragen zu Haltung, Fütterung und Zertifizierung.
