Kontakt
Lucius Tamm
(Dr. phil, Dipl. Ing. Agr. ETH)
Phytopathologie
Fachgruppenleiter
FiBL
Ackerstrasse
CH-5070 Frick
Telefon +41 (0)62 865-7238
Fax +41 (0)62 865-7273
lucius.tamm@no-spam.fibl.org
Pflanzenschutz und Biodiversität
Die Fachgruppe untersucht und entwickelt für den Pflanzenschutz Praxislösungen zur Regulierung von Pflanzenkrankheiten und -schädlingen im Obst-, Wein-, Gemüse- und Ackerbau. Ein Schwerpunkt in der Krankheitsbekämpfung ist der Ersatz von kupferhaltigen Mitteln in Kernobst, Reben und Kartoffeln. Zur Verbesserung der Schädlingsregulation wird einerseits die Förderung von Nützlingen mit massgeschneiderten, ökologisch wertvollen Pflanzenstrukturen in und neben den Kulturflächen entwickelt und andererseits die gezielte Freisetzung von Nutzorganismen gegen Problemschädlinge geprüft. Ausserdem entwickelt die Fachgruppe verschiedene Ansätze, um Naturschutzleistungen auf Biobetrieben zu erhöhen.
Team
Literatur
Literatur der Fachgruppe zum Thema Phytopathologie in der Datenbank Organic Eprints
Literatur der Fachgruppe zum Thema Entomologie in der Datenbank Organic Eprints ![]()
Forschungsschwerpunkte
Kartoffelbau
Interaktion Boden–Pflanzen–Krankheiten
Grundlagen zu Resistenzmechanismen von Pflanzen
Nutzorganismen gegen Schädlinge
Pflanzenschutz gegen Schädlinge
Mittelprüfung
Pflanzenschutzstrategien und Epidemiologie
Saat- und Pflanzgut
Bewertung von Hilfsstoffen und Technologien für den biologischen Landbau
Naturschutz und Landwirtschaft
Biodiversität zum Nutzen des Bauern
Kartoffelbau
Der biologische Anbau von Kartoffeln ist sehr anspruchsvoll. Die bedarfsgerechte Nährstoffversorgung, Krankheiten, Schädlinge und die hohen Qualitätsanforderungen stellen die Produzenten vor grosse Herausforderungen. In enger Zusammenarbeit mit Produzenten, Forschung und Handel untersucht die Fachgruppe die Eignung neuer Sorten für den biologischen Kartoffelbau.
Kontakt: Bernhard Speiser
Weitere Informationen
Interaktion Boden–Pflanzen–Krankheiten
Die Pflanzengesundheit wird in erheblichem Masse von der Fruchtbarkeit des Bodens bestimmt (Bodenstruktur, Nährstoffgehalt, biologische Aktivität). Damit die positiven Eigenschaften von Böden und Substraten gezielt genutzt werden können, erarbeitet das FiBL die Grundlagen in diesem Bereich. Im Rahmen des EU-Projektes Quality Low Input Food (QLIF) untersuchen wir die Zusammenhänge zwischen Bodeneigenschaften, Mineralisierungskapazität und krankheitsunterdrückenden Eigenschaften. Weiter untersuchen wir die Nutzung von Komposten zur Krankheitsverminderung in Kulturpflanzen und die Qualität von Komposten in der Schweiz.
Kontakt: Barbara Thürig
EU-Projekt Quality Low Input Food (QLIF) ![]()
Rahmenprogramm NCCR Plant Survival ![]()
Publikation "Soil biological quality in short- and long-term field trials with conventional and organic fertility input types" ![]()
Grundlagen zu Resistenzmechanismen von Pflanzen
Die neuere Forschung zeigt, dass Kulturpflanzen über verschiedene Abwehrmechanismen verfügen, die in unterschiedlichem Ausmass aktiviert werden können (induzierte Resistenz). Durch unsere Forschungsprojekte sollen die Zusammenhänge besser verstanden werden, sodass die biologische Landwirtschaft sie praktisch nutzen kann.
Kontakt: Barbara Thürig
Publikation "An aqueous extract of the dry mycelium of Penicillium chrysogenum induces resistance in several crops under controlled and field conditions" ![]()
Publikation "An extract of Penicillium chrysogenum elicits early defense-related responses and induces resistance in Arabidopsis thaliana independently of known signalling pathways" ![]()
Nutzorganismen gegen Schädlinge
Fast zu jedem Schädling gibt es einen bekannten Nutzorganismus als Gegenspieler. Diese Nutzorganismen können Pilze, Viren, Bakterien, räuberische oder parasitische Insekten oder Spinnentiere sein. Für einige Schädlinge sind sehr effiziente Nutzorganismen bekannt, die kommerziell und wirkungsvoll eingesetzt werden. Der Einsatz dieser Nutzorganismen erlaubt es, die Anwendung von üblichen Pestiziden zu reduzieren. Mit gezielter Forschung und Entwicklung sollen weitere Nutzorganismen gefunden und gegen Schädlinge in verschiedenen Kulturen geprüft werden. Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit der Industrie neue Produkte zur Zulassung und auf den Markt zu bringen.
Kontakt: Claudia Daniel und Henryk Luka
Projekte
- Biologische Regulierung der Kirschfruchtfliege
- Biologische Regulierung ausgewählter Schädlinge in Obst-, Gemüse- und Feldkulturen
Pflanzenschutz gegen Schädlinge
Direkte Pflanzenschutzmassnahmen werden im Biolandbau oft als letzte Option eingesetzt, denn Biobauern verfügen nur über eine kleine Auswahl von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln. Um den wirtschaftlichen Anbau und die hohe Qualität von gewissen Kulturen zu sichern, sind diese Mittel aber wichtig. Zusammen mit Industriepartnern werden selektive, effiziente und biotaugliche Pflanzenschutzmassnahmen entwickelt. Dabei stehen neuartige Insektizide, physikalische Massnahmen, Pheromone und Pflanzenstärkungsmittel im Vordergrund der Abklärungen.
Kontakt: Claudia Daniel
Projekte
- Regulierung von Rapsschädlingen
- Direkte Regulierung ausgewählter Schädlinge in Obst-, Gemüse- und Feldkulturen
Mittelprüfung
Im biologischen Pflanzenbau sind nur natürliche Wirkstoffe für die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten zugelassen. In Frage kommen pflanzliche, tierische, mikrobielle oder mineralische Produkte (z.B. Fenchelöl, Tonerdepräparate). In Zusammenarbeit mit Industriepartnern prüft das FiBL neue Produkte und untersucht deren Wirkungsmechanismen, Wirkungsspektrum und Umweltverhalten. Schwerpunkte der letzten Jahre waren der Obst- und Rebbau. Im Rahmen des EU- Forschungsprojektes REPCO wurden neue Verfahren zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus der Rebe (Plasmopara viticola) und des Apfelschorfes (Venturia inaequalis) überprüft.
Kontakt: Hans-Jakob Schärer
EU-Projekt REPCO ![]()
Annual Biocontrol Inductry Meeting (ABIM) ![]()
Pflanzenschutzstrategien und Epidemiologie
Wie keine andere Landwirtschaftsmethode setzt der Biolandbau auf vorbeugende Massnahmen. Erst wenn diese ausgeschöpft sind, kommen direkte Bekämpfungsmassnahmen mit den erlaubten, natürlichen Wirkstoffen zur Anwendung. Dabei ist der optimale Zeitpunkt und die optimale Applikationstechnik entscheidend. Als Entscheidungshilfe für die Terminwahl werden vermehrt Warnsysteme eingesetzt, die auf der Auswertung von klimatischen Informationen basieren. Für den Obstbau betreibt das FiBL eine Schorfprognose auf der Basis des Programmes RIMpro.
Kontakt: Lucius Tamm
Schorfprognose auf www.bioaktuell.ch ![]()
Feuerbrand: Stellungnahme des FiBL zur Feuerbrandbekämpfung (24 KB)
Saat- und Pflanzgut
Der Einsatz von gesundem Pflanz- und Saatgut ist eine der Grundvoraussetzungen für den erfolgreichen biologischen Landbau. Das FiBL unterstützt die Produktion von hochwertigem, gesundem Gemüsesaatgut. Dabei gehen wir wie folgt vor: (1) Qualitätsprobleme durch moderne diagnostische Verfahren frühzeitig erkennen; (2) Bauern bei der Saatgutproduktion im Feld beraten; (3) für einige Schlüsselkulturen suchen wir nach biotauglichen Methoden und Mitteln zur Behandlung samenübertragbarer Krankheiten.
Kontakt: Hans-Jakob Schärer
Datenbank für Biosaatgut OrganicXseeds ![]()
Bewertung von Hilfsstoffen und Technologien für den biologischen Landbau
Die strikte und transparente Regelung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, Düngern und anderen Hilfsstoffen ist ein wichtiges Instrument, um das Vertrauen der Konsumentenschaft zu erhalten. Das FiBL prüft seit 1996 solche Produkte und gibt in Zusammenarbeit mit Bio Suisse jährlich die Hilfsstoffliste heraus, in welcher alle für den Schweizer Biolandbau erlaubten Produkte aufgeführt sind. Seit 2006 gibt FiBL Deutschland eine entsprechende Liste für Deutschland heraus.
Besonders heikel ist die Zulassung neuartiger Wirkstoffe. Im Rahmen des EU-Projektes Organic Inputs Evaluation hat das FiBL mitgeholfen, moderne Kriterien für die Neuzulassung von Wirkstoffen zu erarbeiten.
Im amtlichen Zulassungsverfahren sind Produkte für den Biolandbau den synthetischen Pestiziden gleichgestellt. Dadurch wird die Zulassung unnötig verteuert und verlangsamt. Im EU-Projekt 'REBECA' (Regulation of Biological Control Agents) werden Vorschläge für ein angepasstes Verfahren ausgearbeitet, welches eine schnellere und günstigere Zulassung ermöglicht, ohne Sicherheitsrisiken einzugehen.
Kontakt: Bernhard Speiser
Hilfsstoffliste Schweiz ![]()
Betriebsmittelliste Deutschland ![]()
EU-Projekt Organic Inputs Evaluation ![]()
EU-Projekt 'REBECA' (Regulation of Biological Control Agents) ![]()
Projekt GM-Impact ![]()
Naturschutz und Landwirtschaft
Der Biolandbau eignet sich besonders gut zur Förderung lebendiger, reichhaltiger Kulturlandschaften. Doch auch auf Biobetrieben kann der Schutz der Natur weiter verbessern werden: Mit angepassten Anbaupraktiken und gezielter Aufwertung der Landschaftsstrukturen lassen sich Flora und Fauna fördern und schonen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Beratung der Bäuerinnen und Bauern. Naturschutz soll zu einem Betriebszweig werden, der sich auch wirtschaftlich lohnt. In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Vogelwarte, Bio Suisse und IP Suisse will das FiBL intakte, vielfältige Landschaften erhalten und die Artenvielfalt fördern.
Kontakt: Oliver Balmer und Lukas Pfiffner
Projekte:
- Mit Vielfalt punkten – Bauern beleben die Natur
- Wildtierfreundlicher Biolandbau
- Rote Listen – ein Instrument des Naturschutzes
Weiterführende Informationen
Thema Biolandbau und Biodiversität
Biodiversität zum Nutzen des Bauern
Artenvielfalt kann der Bäuerin und dem Bauern auch einen direkten Nutzen bringen, wenn sie geschickt eingesetzt wird: Die gezielte Förderung räuberischer und parasitischer Nützlinge durch ausgewählte Beipflanzen in und um die Kulturen reduziert die Schädlinge. Diese Förderungsmassnahmen müssen an die Kultur und an die Schädlinge angepasst werden. Zudem müssen sie technisch und ökonomisch sinnvoll umsetzbar sein. Dank Grundlagenforschung und angewandter Forschung werden Strategien für die funktionelle Biodiversität in verschiedenen Kulturen entwickelt.
Kontakt: Oliver Balmer, Henryk Luka und Lukas Pfiffner








