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Oliver Balmer
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Funktionelle Biodiversität
Nützlinge bekämpfen Schädlinge im Gemüsebau
Die Intensivierung der Landwirtschaft ist in ganz Europa der Hauptfaktor für den Verlust von Biodiversität. Schonendere Anbauformen können deshalb eine sehr grosse Naturschutzwirkung haben und zudem wirtschaftlich attraktiv für die Bauern sein. Ziel dieses Projektes ist es, einen neuen zweiteiligen Ansatz zur Schädlingsbekämpfung im Gemüsebau zu testen und zu optimieren. Die negativen Effekte des intensiven Gemüseanbaus sollen reduziert und die Biodiversität in und um die Kulturen gefördert werden. Einerseits werden entlang von Gemüsefeldern Streifen von Wildblumen gepflanzt, die speziell ausgewählt wurden, um Fressfeinde und Parasitoide (‚Nützlinge’) von Schädlingen anzulocken. Andererseits werden Beipflanzen, die speziell attraktiv für die Parasitoiden spezifischer Schädlinge sind, direkt in die Kulturen gepflanzt, um die Nützlinge aus der Umgebung näher an die Schädlinge heranzulocken und sie dort zurückzuhalten.
Unsere Vorversuche in den letzten zwei Jahren haben klare Hinweise ergeben, dass Beipflanzen und spezifisch zusammengestellte Wildblumenstreifen die Parasitierungsrate auf Schädlingen erhöhen und so Ernteausfall und Pestizideinsatz reduzieren können. Wir planen deshalb Labor-, Gewächshaus- und Feldexperimente, um die Wirkung dieses neuen Ansatzes in der Praxis belegen zu können, was nötig ist, um die Bauern zu überzeugen, ihn auch anzuwenden und ihn zu optimieren. Eine Reduktion des Schädlingsdruckes durch Förderung von natürlichen Nützlingen wäre in mehrerer Hinsicht ein bedeutender Fortschritt. Die Biodiversität in und um die Kulturen sowie die Attraktivität der Landschaft wird durch die Beipflanzen und die Flora und Fauna, die durch sie gefördert wird, direkt gesteigert. Zudem wird die Biodiversität indirekt gefördert, da weniger Pestizide eingesetzt werden müssen. Davon profitiert eine grosse Zahl unterschiedlicher Organismen, die durch Pestizideinsatz ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden. Der reduzierte Pestizideinsatz macht diesen Ansatz für die Bauern wirtschaftlich attraktiv und verringert die Belastung von Böden und Umwelt. Die Ergebnisse dieses Projektes sind von generellem Interesse, weil sie sich auf verschiede Kulturen anwenden lassen. Aufgrund der grossen Fläche, auf der in der Schweiz Gemüse angebaut wird, haben die untersuchten Massnahmen ein hohes Potenzial, die Biodiversität im Kulturland grossflächig und nachhaltig zu fördern.
Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie auf unserer englischen Seite, die sie über den Sprachwechsel oben links erreichen.
Projektleitung:
FiBL-Projektteam:
Zusammenarbeit:
- Felix Wäckers, Lancaster University, UK
- Pius Andermatt, Syngenta, Switzerland
- Olaf Zimmermann, Julius Kühn Institute, Germany
- Bruce MacDonnald, ETH Zurich, Switzerland
- Mathias Kölliker, University of Basel, Switzerland
- Peter Nagel, University of Basel, Switzerland
- Michael Traugott, University of Innsbruck, Austria
Finanzierung:
- Bundesamt für Umwelt (BAFU) (2007-2011)
- Bristol-Stiftung (2007-2008)
- Ernst Göhner Stiftung (2008-2011)
- Parrotia-Stiftung (2008-2011)
- Stiftung zur internationalen Erhaltung der Pflanzenvielfalt (2008-2011)
- Werner Steiger Stiftung (2009-2011)
- Spendenstiftung Bank Vontobel (2009-2011)








