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Paul Mäder
(Dr. phil, Dipl. Ing. Agr. ETH)
Bodenwissenschaften
Fachgruppenleiter
FiBL
Ackerstrasse
CH-5070 Frick
Telefon +41 62 865-7232
Fax +41 62 865-7273
paul.maeder(at)fibl.org
Forschungsschwerpunkte Fachgruppe Bodenwissenschaften
Effizienz von Anbausystemen
Die für die Erzeugung von Lebensmitteln zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen wie fruchtbarer Boden, biologische Vielfalt, Wasser oder Düngernährstoffe werden immer rarer. Gleichzeitig muss die Landwirtschaft von nicht erneuerbarer fossiler Energie unabhängiger werden, welche in Form von synthetischen Stickstoffdüngern und Treibstoffen verwendet wird. Durch den Vergleich verschiedener Anbausysteme bezüglich Effizienz der Ressourcennutzung können wir einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft leisten. Dank drei Langzeit-Feldversuchen sowie gezielten Untersuchungen auf Einzelbetrieben verfügt das FiBL über weltweit einmalige Voraussetzungen für diese Art der Forschung. Besonders interessieren uns die Vielfalt der Mikroorganismengemeinschaften im Boden und deren Funktion im Aufbau und der Mineralisierung von organischer Substanz (Humus). Dies ist angesichts des Klimawandels von hoher Aktualität, weil Böden Kohlenstoff aus der Atmosphäre rückbinden können.
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Projektbeispiel
Strategien zur Ertragsoptimierung
Die grosse Herausforderung der Zukunft ist es, mehr Lebensmittel in einer hohen Qualität, mit einer wesentlich geringeren Belastung der Umwelt und unter Schonung der natürlichen Ressourcenherzustellen. Der Biolandbau ist dabei ein idealer Ausgangspunkt, da Nachhaltigkeit und Qualität bereits hoch sind, und nur die Produktivität noch leicht verbessert werden muss. Die Ansatzpunkte in unserer Forschung sind die angepasste, reduzierte Bodenbearbeitung, der Einsatz von nützlichen Bodenbakterien und Wurzelsymbiosepilzen (Mykorrhizen), fruchtfolge, die Verbesserung der Nährstoffkreisläufe Tier–Boden–Pflanze, sowie verschiedener Präparate mit katalytischer Wirkung auf Bodenprozesse. Der Schwerpunkt liegt im Acker- und Gemüsebau.
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Saatgut und Umwelt
Zunehmend gerät die Frage, ob die Pflanzenzüchtung für Low-Input- und nachhaltige Systeme nicht andere Ziele setzen müsste, ins Zentrum der Nachhaltigkeitsdiskussion. Da die Getreidepflanze im Biolandbau eine wichtige Leitkultur ist, klären wir die Grundlagen zu den Interaktionen zwischen Genetik (Pflanzen) und Umwelt (Standortfaktoren wie Boden und Klima sowie Anbauintensität) ab. Unser besonderes Interesse gilt dabei den Interaktionen von Pflanzenwurzel und Boden bei reduzierter Bodenbearbeitung.
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Klima und Landwirtschaft
Lachgasemissionen aus Stickstoffdüngung, Methanemissionen aus der Rinderhaltung: Die intensive Landwirtschaft sorgt für grosse Mengen an Treibhausgasen und trägt damit zum Klimawandel bei. Die Landwirtschaft, insbesondere der ökologische Landbau, kann aber auch Teil der Lösung des Problems sein. Das möchten Wissenschaftler des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) durch ihre Arbeiten beweisen.
Das Forschungskonzept „Ökologischer Landbau und Klimawandel“ am FiBL ist als ein Bestandteil der dortigen Forschung für Nachhaltigkeit anzusehen und beruht auf den drei Bereichen 1) experimentelle Methoden- und Systementwicklung, 2) Organisationsentwicklung und 3) Validierung von klimafreundlichen Bewirtschaftungsformen. Dieses Forschungskonzept lässt sich an dem von der Stiftung Mercator Schweiz geförderten Projekt CaLas (Carbon Credits for Sustainable Landuse Systems) sehr gut verdeutlichen.
In diesem Projekt wird im Sinne des Forschungsbereichs 1) die Klimarelevanz des ökologischen Landbaus in seinen unterschiedlichen Ausprägungen hinsichtlich Treibhausgase (THG) und Kohlenstoffspeicherung quantifiziert, um dessen Nachhaltigkeit weiter zu untermauern und die Grundlage für den Bereich 2) Eintritt in den Handel mit CO2-Zertifikaten zu ermöglichen. Handelbare CO2-Zertifikate aus nachhaltiger ökologischer Landwirtschaft werden dann erzeugt, wenn im Sinne des Forschungsbereichs 3) die Klimaleistungen z.B. nach Umstellung auf ökologische Kaffeeproduktion durch kenianische Bauern wirklich messbar sind.
Die Innovation dieses Ansatzes liegt darin, dass mit dem Zertifikatehandel nicht nur die Umstellung auf Ökolandbau gefördert wird, sondern gleichzeitig auch Zusatznutzen für Initiativen in Entwicklungsländern geschaffen werden. Dazu zählen die positiven Umweltwirkungen durch eine Steigerung der Bodenfruchtbarkeit, grössere Biodiversität, Ressourcenschutz sowie eine Verbesserung der Ernährungs- und Einkommenssituation für Kleinbauern wenn durch ökologische Landwirtschaft die Ertragssicherheit erhöht wird.
