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Franco Weibel

Franco Weibel
(Dr. sc. ETH)

Anbautechnik Sonderkulturen
Fachgruppenleiter
FiBL
Ackerstrasse 113
CH-5070 Frick

Telefon +41 (0)62 865-7242
Fax +41 (0)62 865-7273
franco.weibel(at)fibl.org

Forschungsschwerpunkte Anbautechnik Sonderkulturen

Obst und Beeren

Die Erzeugung von Früchten ist seit jeher sehr hilfsstoff- und technologieintensiv. Trotzdem oder gerade deswegen besteht eine grosse Nachfrage nach naturbelassener Qualität. Marktleader Coop hat bereits einen Anteil von 14 Prozent Bio beim Kernobst und hält 20 Prozent für realistisch. Grosse ungenutzte Marktpotenziale bestehen bei Kirschen, Zwetschgen, Birnen, Beeren, Tafeltrauben und alten Apfelsorten. Der Engpass für die Ausdehnung des Anbaus liegt zurzeit vor allem bei geeigneten Sorten, welche eine wirtschaftliche biologische Produktion ermöglichen. Daneben gilt es auch, die heutigen Formen des Anbaus (gut mechanisierbare Niederstammanlagen) zu überdenken und naturgemässere Obstanlagen mit einem höheren Selbstregulierungsgrad zu entwickeln (bis hin zu Agroforstsystemen).

Unsere Forschungsprojekte widmen sich der Prüfung zahlreicher Neuzüchtungen und alter Sorten unter Biobedingungen, verbessern die Ertragssicherheit und Rentabilität mit vorbeugenden und natürlichen Techniken (inkl. Ausdünnung, Bodenpflege, Düngung, Unterlagenprüfung, etc.), nehmen Schwachpunkte in der Transport- und Lagerfähigkeit unter die Lupe und optimieren die inhaltliche, geschmackliche und gesundheitliche Qualität der Früchte.

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Rebbau und Vinifikation

Bioweine erfahren derzeit bei den Konsumentinnen und Konsumenten einen positiven Imagewechsel. Vor allem bio-dynamische Weine zählen in Europa zu den Spitzenweinen. Die Schweizer Bioproduktion wird von qualitativ guten und günstigen Weinen aus dem Ausland konkurrenziert. Spitzenqualität, Spezialitäten oder die Senkung der Produktionskosten sind mögliche Auswege.

Die heutige Bioproduktion basiert auf krankheitsanfälligen Traditionssorten, die einen intensiven Pflanzenschutz erfordern. Dies ist aus ökologischer und ökonomischer Sicht unbefriedigend. Pilzresistente Sorten (PIWIs) sind eine elegante Lösung, doch ihr Anteil auf Biobetrieben beträgt heute erst 10 Prozent. Unsere Forschungsprojekte konzentrieren sich auch auf Fragen rund um die PIWI-Sorten: Prüfung der Anbaueignung, Resistenz und Weinqualität, Anpassung der Vinifikation an die neuen Sorten sowie Unterstützung bei der Markteinführung. Die Weiterentwicklung eines biologischen Pflanzenschutzregimes für traditionelle Europäersorten wird laufend vorangetrieben (neue Präparate, verbesserte EDV-gestützte Prognosemodelle).

Im Weiteren untersuchen wir wie die verschiedenen Bodenpflege- und Düngemassnahmen ideal und angepasst an die Standorteigenschaften kombiniert werden können, um einen möglichst guten Aufbau und Erhalt der Bodenfruchtbarkeit sowie eine harmonische Ernährung für vitale Rebstöcke zu erreichen.

In der Weinbereitung untersuchen wir Möglichkeiten zur Herstellung sulfitarmer oder sulfitfreier Bioweine und analysieren in Feld- und Kellerversuchen die Frage, ob und warum der biologische und insbesondere der bio-dynamische Weinbau zu einer ausgeprägten Terroir-Qualität führt. Ob und wie Biorebberge umgestaltet werden können, damit sie einen noch höheren Beitrag zur Flora und Artenvielfalt leisten können, untersuchen wir vorest mit Demoparzellen, wo später auch wissenschaftliche Untersuchungen ausgeführt werden können. 

 

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Gemüse und Zierpflanzen

Der biologische Gemüse- und Zierpflanzenbau ist meist hoch spezialisiert und deshalb problemanfällig. Die hohen Anforderungen des Marktes an die äussere und innere Qualität erfordern intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Bei gewissen Arten wie etwa Grünspargeln muss die Anbautechnik sogar von Grund auf neu entwickelt werden. Auf den meist viehlosen Gemüsebetrieben ist die Eigenversorgung mit Nährstoffen sehr gering. Sie kann theoretisch durch Gründüngung mit Kleearten verbessert werden, doch bestehen für deren Praxisanwendung noch viele Wissenslücken. Die Versorgung mit Biosaatgut ist nach wie vor ungenügend, mit Verbesserungen bei der Entwicklung von biologischer Saatgutbeizung und stetiger Sortenprüfung von Biosorten kann dem am effizientesten begegnet werden.

Die Konsumenten von Biogemüse erwarten optisch und sensorisch eine grosse Vielfalt (auch an nostalgischen Sorten), geschmackliche Topqualität, langes Shelf-Life sowie einen gesundheitlichen Mehrwert. Diese hohen Ansprüche können die Biogemüseproduzenten nur erfüllen, wenn sie von einer praxisnahen Forschung unterstützt werden.

Analog zum Gemüse gehen wir auch Fragen der Produktion und der Vermarktung von Kräutern und Zierpflanzen an. Stark ist auch das Interesse an biologisch zertifizierbarer Parkpflege und Jungpflanzenproduktion in Stadtgärtnereien gewachsen. Momentan führen wir in einigen Stadtgärtnereien Versuche zur biologischen Rasenpflege sowie zur biologischen Zierpfanzen- und Baumschulproduktion durch.

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