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FiBL-Projekt

Projekttitel Chancen und Potentiale verschiedener Züchtungsmethoden für den Ökolandbau
Offizielles Akronym Züchtungsmethoden für den Ökolandbau
Offizielle Projektnummer 2009-0286
FiBL-Projektnummer 10039
Abstract

Eine nachhaltige Produktion von Lebensmitteln aus ökologischem Anbau erfordert eine Optimierung von Sorten und Anbaumethoden. Dringend notwendig ist es, eine Züchtung mit Fokussierung auf die spezifischen Zuchtziele und Anbaumethoden des Ökolandbaus zu etablieren, um Effizienz und Ertragsstabilität der ökologischen Nahrungsmittelproduktion zu erhöhen. Aber auch die Zunahme von gentechnisch veränderten Sorten, die zunehmende Konzentration auf dem Saatgutmarkt und die eingeschränkte Nutzung genetischer Ressourcen durch die Patentierung von Lebewesen verlangt nach alternativen Ansätzen.

In einem Dossier werden die verschiedensten Methoden und Techniken der Pflanzenzüchtung anschaulich beschrieben. Dabei werden sowohl traditionell eingesetzte Methoden (Kastration, Kreuzung, Inzucht, Rückkreuzung, Mutationsauslösung, vegetative Vermehrung etc.), neuere Methoden (in vitro Vermehrung, Doppelhaploide, Marker-gestützte Selektion etc.) wie auch kurz vor der Praxisreife stehende Methoden (Cisgenetik, RNAi, Tilling, etc.) berücksichtigt. Abgerundet wird das Dossier durch das im Rahmen eines Experten-Workshops entstandene Grundlagenpapier zur ökologischen Pflanzenzüchtung und den erarbeiteten Kriterien zur Beurteilung verschiedener Züchtungsmethoden für den ökologischen Landbau.

Detaillierte Projektbeschreibung

Für eine nachhaltige Produktion von Lebensmitteln unter ökologischen Bedingungen müssen sowohl Sorten als auch Anbaumethoden dem Standort entsprechend optimiert werden.

Da die momentan verfügbaren Sorten überwiegend aus Züchtungsprogrammen für den konventionellen Anbau hervorgegangen sind, ist das genetische Potential für den Ökolandbau bei weitem nicht ausgeschöpft. Daher ist eine Züchtung mit Fokussierung auf die spezifischen Zuchtziele und Anbaumethoden des Ökolandbaus dringend notwendig, um die Effizienz und Ertragsstabilität in der ökologischen Nahrungsmittelproduktion zu erhöhen.

Gemäss den Prinzipien des Ökolandbaus sollte nicht nur die gezüchtete Sorte, sondern auch der Prozess der Sortenentwicklung den Grundsätzen des Ökolandbaus entsprechen. Daraus folgt, dass der Einsatz der Züchtungstechniken, die zur Erzeugung genetischer Variation, für Selektion und Vermehrung üblicherweise eingesetzt werden, auf ihre Kompatibilität mit dem Ökolandbau beurteilt werden müssen.

Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) werden vom Ökolandbau ausgeschlossen, da hier isolierte DNA über Artgrenzen hinweg ausgetauscht wird, wie es natürlicherweise nicht möglich wäre. Aber auch andere Methoden, die nicht deklarationspflichtig sind, wie z.B. Protoplastenfusion, in vitro Vermehrung, Mutationsauslösung, Hybridzüchtung werden teilweise sehr kritisch beurteilt.
Die Diskussion über die Kompatibilität moderner Züchtungstechniken mit dem Ökolandbau läuft in Ökokreisen seit einigen Jahren im Rahmen von nationalen und internationalen Workshops und Tagungen. Bis anhin ist man aber zu keiner umfassenden Einschätzung der Techniken gekommen. Die Materie ist komplex und die Diskussion emotional stark aufgeladen.

Aus Forschung und Entwicklung kommen ständig neue Techniken hinzu (Stichwort: "smart breeding"), die raschen Eingang in die konventionelle Pflanzenzüchtung finden. Meist wird diesen neuen Techniken von Konsumenten und Interessenvertretern des Ökolandbaus mit grosser Skepsis begegnet. Nutzen und Risiken neuer Züchtungstechniken sollten den Entscheidungsgremien ebenso verständlich dargelegt werden wie das Risiko, sich vom Zuchtfortschritt abzukoppeln. Daher ist es wichtig, eine Übersicht über die gängigen und noch im Entwicklungsstadium befindlichen Züchtungsmethoden zu gewinnen, deren Potentiale und Risiken auszuleuchten und mögliche Alternativen zu prüfen. Parallel dazu soll eine Kriterienmatrix erstellt werden, die es erlaubt, die einzelnen Methoden nach einem transparenten System unter Berücksichtigung der Prinzipien des Ökolandbaus sachlich zu beurteilen.

Ein Züchter, der Sorten für den Ökolandbau entwickeln will, muss von Anfang an klare Vorgaben haben, welches genetische Material und welche Züchtungsmethoden er anwenden darf und welche nicht, um sicher zu sein, dass seine Sorten nach 10-15 Jahren Züchtungsarbeit im Ökolandbau tatsächlich angebaut werden. Um die dringend notwendigen Züchtungsbemühungen für den Ökolandbau voranzutreiben, muss daher möglichst bald ein Konsens gefunden werden. In diesem Projekt soll eine neutral verfasste Studie die Grundlage für eine sachliche Diskussion, Einschätzung der Züchtungstechniken und Entscheidungsfindung für den Ökolandbau bieten

Projektstatus abgeschlossen
Projektbeginn 01.01.2010
Projektende 31.10.2011
(Forschungs-)Programm
  • Stiftung Mercator Schweiz – Handlungsfeld ökologische Landwirtschaft
Projektpartner
  • FiBL Deutschland e.V.
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Rolle des FiBL

Projektleitung und Durchführung

Weiterführende Informationen
Forschungsschwerpunkte
Themen
Änderungsdatum 31.03.2016
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