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Reinhard Geßl

Reinhard Geßl
(Dipl.-Ing.)

Biologische Tierhaltung
FiBL
Doblhoffgasse 7/10
A-1010 Wien 

Telefon +43 1 9076313-35
reinhard.gessl(at)fibl.org

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Gwendolyn Rudolph

Gwendolyn Rudolph
(Dr. nat. techn.)

Biologische Tierhaltung
FiBL
Doblhoffgasse 7/10
A-1010 Wien 

Telefon +43 1 9076313-35
gwendolyn.rudolph(at)fibl.org

Tierhaltung

Seit 2015 besteht eine Kooperation des FiBL Österreichs mit der Bio-Marke Ja!Natürlich, um sowohl Bio-Innovations- und Forschungsthemen für Ja!Natürlich voranzutreiben, als auch die Umsetzungsqualität der Grundwerte der biologischen Landwirtschaft und daraus abgeleitete Bio-Anforderungen weiterzuentwickeln.

Im Tierhaltungsbereich werden derzeit drei Themenschwerpunkte behandelt:

  • Artgemäße Wiederkäuerernährung

Grundsätzlich ist das Magen- und Darmsystem der Rinder auf die Verwertung von faserreichen Futterstoffen (klassisches „Grundfutter“) spezialisiert. Das Rind veredelt somit für den Menschen nicht direkt verwertbare Pflanzenteile zu Fleisch und Milch. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Fütterung von Rindern intensiviert. Strukturreiches Grundfutter aus dem Dauergrünland ist vielfach durch Kraftfutter und strukturarmes Feldfutter, vorrangig Silomais, ersetzt worden. Diese Intensivierungstendenzen müssen auch in der Bio-Rinderfütterung kritisch hinterfragt werden.
Im Kooperationsprojekt wurde daher ein Vorschlag für eine biotaugliche Grundfutterdefinition sowie Möglichkeiten eines verantwortungsvollen Umgangs mit Silomais ausgearbeitet.

  • Tiergesundheit in der biologischen Tierhaltung

In der biologischen Tierhaltung hat die Gesunderhaltung der Nutztiere und Vorbeugung von Erkrankungen sowie ein verantwortungsvoller Einsatz von Arzneimitteln besondere Priorität. Hierfür ist ein gutes und umfassendes Tiergesundheitsmanagement (Haltung, Fütterung, Zucht, etc.) nötig, denn bereits kleine Mängel wirken sich auf die Entstehung einer Krankheit aus.
Wenn Bio-Milchkühe krank werden, zählen Euterentzündungen zu den Haupterkrankungen. Eine besondere Herausforderung ist auch das Trockenstellen von Milchkühen ohne Antibiotika. In diesem Arbeitsbereich liegt daher der Schwerpunkt auf der Gesunderhaltung der Tiere, der Vermeidung von Erkrankungen und einem verantwortungsvollen Einsatz von Arzneimitteln. Hierfür werden in Zusammenarbeit mit der Tierärztin Dr. Elisabeth Stöger verschiedene Aktionen (z.B. Tiergesundheitsbroschüren, Checklisten für den Stall, Kurse) gesetzt, um die Ja!Natürlich Biobäuerinnen und Biobauern fachgerecht zu unterstützen.
Ein weiterer Aspekt ist der Umgang mit hemmstoffhaltiger Milch am landwirtschaftlichen Betrieb durch Arzneimittelanwendungen.

  • Eiweißversorgung in der biologischen Tierernährung

Ein Grundsatz in der biologischen Landwirtschaft ist der betriebliche Kreislaufgedanke, Ackerbau und Tierhaltung eines Betriebes sind miteinander verbunden. Trotzdem zeigt die Entwicklung der letzten Jahrzehnte, dass auch im Bio-Bereich vermehrt Bio-Futtermittel aus dem Ausland zur adäquaten Ernährung der Tiere zugekauft werden müssen, z.B. Bio-Soja aus China. Die Versorgung der Bio-Tiere mit Bio-Futter aus Österreich ist daher eine der großen Herausforderungen, der sich die österreichische Biolandwirtschaft stellen muss.

Fachtagung mit Tradition

Neben verschiedenen praxisorientierten Projekten zur biologischen Tierhaltung zählt die gemeinsam vom FREILAND Verband und FiBL Österreich organisierte FREILAND-Tagung zu einem der Highlights im österreichischen Bio-Tierhaltungsjahr. Bereits seit 23 Jahren versammeln sich jährlich etwa 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um im Rahmen spannender Vorträge und leidenschaftlicher Debatten neue Schwerpunkte in der Bio-Tierhaltung zu setzen. Die Veranstaltung zählt damit zu einer der führenden angewandten Nutztierethologie-Tagungen im deutschsprachigen Raum.