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Thomas Lindenthal

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Thema: Biolandbau und Klimaschutz

Regenwurm im Boden

Biolandbau und Klimaschutz auf www.fibl.org

Klimaschutz und Biolandbau

Projekt zur CO2-Bilanzierung von Lebensmitteln

Label CO2-Fussabdruck. Foto: Peter Hautziger

Im Auftrag der Supermarktkette Hofer KG untersucht das Team um Dr. Thomas Lindenthal und Mag. Theresia Markut (FiBL Österreich) zahlreiche Lebensmittel, um die unterschiedliche Klimawirkung biologischer und konventioneller Produktion zu beleuchten.

Dafür wurden auch bisher viel zu wenig beachtete Aspekte wie die Tropenwaldzerstörung durch Soja-Anbau oder die CO2-Speicherung durch Humusaufbau in der biologischen Landwirtschaft berücksichtigt.


Ziele der Studie

  • Umfassende Erfassung der Treibhausgasemissionen (CO2- Äquivalente) von Lebensmitteln
  •  Analyse der Klimawirkung von Bio-Lebensmitteln der Marke „Zurück zum Ursprung“ im Vergleich zu herkömmlichen (konventionellen) Lebensmitteln

Projektdauer

1. Projektabschnitt: 1. Juli 2008 – 27.Mai 2009
2. Projektabschnitt: 27.Mai 2009 – 1. Jänner 2010


Methode der Studie

  • CO2-Bilanzierung als „Life Cycle Assessment“ (LCA) entsprechend den Richtlinien der IPCC (2007)
  • Entwicklung eines Klima-Bewertungsmodells (enge Anlehnung an ISO-Richtlinien 14040 und 14044, externe Begutachtung durch Ökoinstitut Freiburg) unter Berücksichtigung der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion bis zum Handel
  • Erfasste Treibhausgasemissionen: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O)
  • Darstellung der Klimawirksamkeit in Form von „CO2-Äquivalenten“ (Klimawirksamkeitsfaktor Methan (CH4): 23 - Methan ist 23 mal klimawirksamer als CO2; Klimawirksamkeitsfaktor bei Lachgas (N2O): 298)

Herangezogene Daten

  • rund 200 Wissenschaftsstudien zu CO2-Bilanzen
  • rund 20 österreichische und internationale Statistiken
  • aktuellste nationale und internationale Literatur zu CO2-Fragen
    • bezüglichLandwirtschaft und ihren Vorleistungen
    • Lagerung
    • Lebensmittelverarbeitung
    • Verpackungen
  • internationale Datenbanken

Besonderheiten der Studie

    • Erstmalig wurde eine umfassende Klimaschutz-Bewertung einer gesamten Lebensmittelproduktpalette vorgenommen.
    • Alle quantifizierbaren treibhausrelevanten Prozesse wurden erfasst.
    • CO2-Einsparungspotenziale durch Biolebensmittel wurden umfassend aufgezeigt.
    • Bislang zu wenig beachtete Effekte, wie z.B. Humusanreicherung durch Biolandbau oder Tropenwaldzerstörung durch Sojaanbau in Südamerika wurden berücksichtigt, also der sog. "Land Use Change" (Landnutzungsänderung).
    • Erstmals wurde für ein gesamtes Bioproduktsortiment ("Zurück zum Ursprung" der Hofer KG) CO2-Bilanzen erstellt und diese mit konventionellen Produkten verglichen.
    • Das weltweit erste CO2-Label auf einer gesamten Lebensmittelpalette wurde gemeinsam mit Zurück zum Urspung (Initiator Werner Lampert) entwickelt.
    • Zurück zum Ursprung-Produkte sind die ersten Produkte mit einem durchgehenden CO2-Label in Österreich.
    • Die Ergebnisse werden im Internet auf der Website "Zurück zum Ursprung" produktspezifisch veröffentlicht
      • CO2-Bilanz im gesamten Lebenszyklus des Produkts
      • CO2-Bilanz einzelner Produktphasen
      • Vertiefende Aspekte werden auf der FiBL-Homepage veröffentlicht.
    • Bei der CO2-Bilanzierung erfolgte eine strenge Anlehnung an den internationalen Wissenschaftsstandard für Ökobilanzierung ISO-14040 und ISO 14044).

    Erste Ergebnisse

    Mittels umfangreicher Analyse der Auswirkungen unterschiedlicher Produktionsmethoden auf den Klimawandel und unter Berücksichtigung aller quantifizierbaren treibhausrelevanten Prozesse zeigen die StudienautorInnen die CO2-Einsparungspotentiale biologischer Lebensmittel auf. Bisher wurden 64 Produkte (von insgesamt 128 Produkten) bilanziert.

    Die bisherigen Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

    Alle Bio-Produkte der Marke „Zurück zum Ursprung“ (österreichische Bio-Marke) haben eine bessere CO2-Bilanz  als vergleichbare konventionelle Produkte.

    • Milchprodukte: 10-21% weniger CO2-Emissionen (bezogen auf 1 kg Produkt)
    • Weizenbrot: 25% weniger CO2-Emissionen (bezogen auf 1 kg Produkt)
    • Gemüse: 10-35 % weniger CO2-Emissionen (bezogen auf 1 kg Produkt)

    Projektbeteiligte

    Durchführung

    Weitere Mitarbeit

    Begutachtung

    • Dr. Jenny Teufel, Ökoinstitut Freiburg, Deutschland
    • Mag. Britta Stratmann, Ökoinstitut Freiburg, Deutschland
    • Dr. Ran Liu, Ökoinstitut Freiburg, Deutschland
    • Dipl.-Ing. agr. Christian Schader, FiBL Schweiz
    • Dr. Mathias Stolze, FiBL Schweiz

    Weiterführende Informationen

    Zusammenfassungen

    Projektdaten zur Co2-Bilanzierung von Lebensmitteln (116 KB)
    Kurzfassung der Methode und Ergebnisse (130 KB)
    Executive summary of methods and results (65 KB)
    Klimabilanz biologischer und konventioneller Lebensmittel im Vergleich (87 KB)
    Methode der CO2-Bilanzierung (39 KB)
    CO2-emissions of organic and conventional foodstuffs in Austria (498 KB)
    Greenhouse Gas Emissions of Organic and Conventional Foodstuffs in Austria (46 KB)

    Graphische Darstellung der Ergebnisse

    Ergebnisse Milch (27 KB)
    Ergebnisse Butter (18 KB)
    Ergebnisse Käse (35 KB)
    Ergebnisse Joghurt (219 KB)
    Ergebnisse Brot (45 KB)
    Ergebnisse Gemüse (80 KB)
    CO2-Bilanzen verschiedener Lebensmittel - Übersicht 1 (17 KB)
    CO2-Bilanzen verschiedener Lebensmittel - Übersicht 2 (15 KB)

    Populärwissenschaftliche Publikationen

    Klimabilanz von Ökoprodukten: Klimavorteile erneut nachgewiesen (88 KB)
    Klimarelevanz von Lebensmitteln - Was kann der Biobetrieb tun? (34 KB)
    Climate relevance of foodstuffs - what can the organic farmer do? (33 KB)
    Climate balance of organic and conventional foodstuffs compared (84 KB)

    Nachricht auf FiBL.org vom 27. Mai 2009: FiBL Österreich präsentiert umfassende Klimastudie

    Präsentationen

    Präsentation von Thomas Lindenthal bei der Pressekonferenz am 27. Mai 2009 in Wien (565 KB)
    Präsentation von Urs Niggli bei der Pressekonferenz am 27. Mai 2009 in Wien (1.7 MB)

    Sonstiges

    FiBL-Veröffentlichungen zum Thema Klimawandel und Biolandbau
    CO2-Fußabdruck auf der Website "Zurück zum Ursprung"