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Boris Liebl

Boris Liebl
(Dipl.-Ing. Lebensmitteltechnologie)

Leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter
FiBL
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D-60486 Frankfurt

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Zusatzstoffalternativen

Zusatzstoffe in der ökologischen Lebensmittelverarbeitung

Die sensorische Qualität, der minimale Einsatz von Zusatzstoffen und Verarbeitungshilfsstoffen sowie die Frische und Wahrhaftigkeit sind aus Sicht der Lebensmittel verarbeitenden Industrie die wichtigsten Kriterien, um mit einem biologischen Produkt auf dem Markt erfolgreich zu sein; das haben  Untersuchungen im Rahmen eines EU-Projektes haben ergeben. Zudem forderten die 120 befragten Experten eine klare Regelung sowie Hilfestellung im Bereich der Zusatzstoffe.

Das durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) geförderte FiBL-Projekt "Alternativen zum Einsatz von Zusatzstoffen in der Verarbeitung von biologischen Lebensmitteln sowie Vermeidung bzw. Verringerung des Einsatzes von Zusatzstoffen zur Sicherung und Verbesserung der Qualität ökolischer Lebensmittel" hat zum Ziel, die ökologische Lebensmittelwirtschaft bei ihren Bestrebungen zu unterstützen, Bioprodukte unter Einsatz möglichst weniger Zusatzstoffe herzustellen. Der Einsatz dieser Stoffe in ökologischer Qualität soll gefördert und sinnvolle Alternativen zu Zusatzstoffen zusammengetragen werden.

Das Projekt gliedert sich in drei Module:

  • Beschreibung und Prüfung der derzeit für die ökologische Lebensmittelproduktion zugelassenen Zusatzstoffe
  • Zertifizierung von Zusatzstoffen für die ökologische Lebensmittelproduktion
  • Ökologisierung der Herstellung von Zusatzstoffen

Dossiers zu Zusatzstoffen

In Modul 1 wird die Notwendigkeit der in der Bioverarbeitung zulässigen Zusatzstoffe überprüft. Dabei werden technologische Alternativen und die Substitution mit ökologischen Zutaten für die Einsatzbereiche erhoben. Zu jedem der zugelassenen Zusatzstoffe wird ein Dossier mit Hintergrundinformationen zum Zusatzstoff ausgearbeitet. Diese nennen neben grundlegenden Informationen wie der Herstellungsweise des Zusatzstoffs auch die Vor– und Nachteile des Verzichts. Die Dossiers sollen verarbeitenden Betrieben als Entscheidungshilfe bei der Rezepturgestaltung, Bioverbänden bei der Weiterentwicklung der Richtlinien sowie Multiplikatoren als Beratungsinstrument dienen.

Zertifizierung von Zusatzstoffen

Modul 2 beschäftigt sich mit der eventuellen Notwendigkeit einer einheitlichen Zertifizierungsgrundlage für Zusatz- und Hilfsstoffe, die im Geltungsbereich der EG-Rechtsvorschriften für die ökologische Lebensmittelverarbeitung liegen. Weiterhin werden Fragen der Praktikabilität einer Zertifizierung nach den EG-Rechtsvorschriften für die ökologische Verarbeitung betrachtet.

Ökologisierung von Zusatzstoffen

Im Modul 3 soll eine Marktanalyse einen Überblick über die Verfügbarkeit von Zusatzstoffen, deren Rohstoffe landwirtschaftlichen Ursprungs aus ökologischem Landbau stammen (z. B. Biolecithin, Biopektin), schaffen. Für Zusatzstoffe, die nicht in biologischer Qualität verfügbar sind, wird exemplarisch geprüft, ob eine Ökologisierung der Herstellung möglich ist, und wenn ja, welche Hemmnisse die fehlende Verfügbarkeit verursachen.

Projektteam: