Presse-/Medienmitteilung
Die Suche nach Wahlfreiheit und Koexistenz
(Frick, 1.9.2004) Die Mitgliedstaaten der EU überlegen,
wie gentechnisch veränderte und konventionelle sowie biologische
Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion nebeneinander existieren
können. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau
(FiBL) regte diese Diskussion an einer Tagung in Bern auch in der
Schweiz an.
Ein grosser Teil der Konsumentinnen und Konsumenten und auch verschiedene
Produktionsrichtlinien wie BIO SUISSE oder IP SUISSE lehnen die
Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen und deren
Folgeprodukten in der Lebensmittelproduktion ab. Deshalb muss nach
dem neuen Gentechnikgesetz auch die Wahlfreiheit für die Konsumentenschaft
erhalten und die Produktion ohne Gentechnik weiterhin gewährleistet
bleiben.
Wie diese Anforderungen praktisch umgesetzt werden können,
thematisierte eine Tagung des FiBL am 1. September 2004 in Bern.
Die Trägerschaft für die Tagung übernahmen das Bundesamt
für Umwelt, Wald und Landschaft und das Bundesamt für
Landwirtschaft.
Während die Ständerätin Simonetta Sommaruga nochmals
daran erinnerte, was der Gesetzgeber mit dem Gentechnik-Gesetz
erreichen wollte, informierten Fachleute aus Verwaltung und Praxis,
wo sie mit der Umsetzung der neuen rechtlichen Rahmenbedingungen
heute stehen. Dabei wurde klar, dass ein Nebeneinander von gentechnisch
veränderten Produkten mit konventionellen und biologischen
Produkten nur mit viel Aufwand und neuen Kosten vom Bauern bis
zum Konsumenten erreicht werden kann. Auch ohne den Anbau gentechnisch
veränderter Pflanzen in der Schweizer Landwirtschaft fallen
diese Kosten heute durch zusätzliche Analytik und Massnahmen
zur Qualitätssicherung an.
Ausgehend von den Erfahrungen der Bioproduktion präsentiert
das FiBL Vorschläge für Standards für die Produktion
mit Gentechnik und die Produktion ohne Gentechnik, die bei einem
Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in der Schweiz
dazu beitragen, ein Nebeneinander glaubwürdig sicher zu stellen.
Weitere Informationen:
Kontaktpersonen
am FiBL Frick: Karin
Nowack und Bernadette
Oehen
Tagungsband
Informationen
zur Tagung
Tagungsbericht
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