Faszination Bioforschung:
Hummeln oder Bienen als «Flying Doctors» einsetzen
Beitrag von Dr. Eric Wyss, Biologe, FiBL*
Amerikanische Forscher nutzen in einer genialen Methode den Umstand,
dass Nektarsammler eine unglaubliche Anzahl von Blüten anfliegen:
Sie geben ihnen ein «Medikament» mit auf den Weg. Der Besuch von
Hummeln oder Bienen wird für die Pflanzen zum «Arztbesuch».
Für die biologische Bekämpfung der Pilzkrankheit Graufäule, einer
der schlimmsten Krankheiten der Erdbeeren, funktioniert diese Methode
bereits. Und zwar so: Vor dem Ausgang der Bienenstöcke oder Hummelkolonien
wird eine Schale mit dem Bodenpilz Trichoderma harzianum aufgestellt.
Dieser für die Pflanze harmlose Pilz ist ein natürlicher Gegenspieler
des Graufäulepilzes. Die Bienen oder Hummeln krabbeln beim Verlassen
des Stockes durch das «Fussbad» in der Schale und bringen dann den
Bodenpilz gezielt auf die Erdbeerblüte. Trichoderma tötet und verdrängt
den Graufäulepilz auf der Erdbeerblüte. Diese biologische Pflanzenschutzmethode
ist sehr effizient. Verglichen mit dem Spritzen von Trichoderma
verringert das Ausbringen durch Bienen oder Hummeln die Zahl der
erkrankten Erdbeeren noch einmal um die Hälfte.
Am Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL in Frick haben
Versuche mit einem in Nordeuropa kommerzialisierten Produkt, ausgebracht
von Hummeln, ähnlich vielversprechende Resultate erbracht.*
Dr. Eric Wyss ist Leiter der FiBL-Fachgruppe BioGene, deren Aufgabe
es ist, eine biologische Produktion ohne Gentechnik sicherzustellen.
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