Faszination Bioforschung:
Einblicke in eine weitgehend unbekannte Welt
Medienmitteilung von
Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, Blauen-Institut
und BIO SUISSE zur Medienkonferenz, Basel, 31.01.2001
(31.1.2001) Die Bioforschung hat sich in den letzten
Jahren revolutioniert. Sie bringt verblüffende neue Erkenntnisse
und bietet wirtschaftlich tragfähige Lösungen für viele Probleme
der Landwirtschaft. Es gibt heute eine reale und funktionierende
Alternative zu den dauernden Lebensmittelkrisen.
Neueste Ergebnisse aus der internationalen Forschung im Bereich
des biologischen Pflanzenschutzes stellten FiBL, BIO SUISSE und
Blauen-Institut in einer gemeinsamen Medienkonferenz in Basel vor.
So präsentierte Dr. Eric Wyss vom Forschungsinstitut für biologischen
Landbau (FiBL) in Frick (AG) den Einsatz von Hummeln als «Flying
Doctors»: Beim Verlassen des Stockes laufen die Nektarsammler durch
eine Schale mit biologischem Pilzmittel. Beim Bestäuben der Blüten
hinterlassen sie dieses. Mit dieser genialen Biomethode kann die
Graufäule, die schlimmste Erdbeerplage, effizient bekämpft werden.
Prof. Dr. Maria Finckh, Phytopathologin an der Universität Kassel
(D) legte dar, wie mit raffinierter Nutzung der biologischen Vielfalt,
zum Beispiel durch Sorten- und Artenmischungen, der Einsatz von
Fungiziden häufig überflüssig wird. Meist lässt sich, verglichen
mit Monokulturen, erst noch ein Mehrertrag an Getreide oder Reis
ernten.Gewisse Stoffe – wie etwa Salycilsäure (Aspirin) – veranlassen
Pflanzen, eigene Abwehrstoffe zu bilden, erklärte Dr. Lucius Tamm,
Leiter Pflanzenschutz am FiBL. Daraus zieht intelligenter Biolandbau
natürlich Nutzen: Die Selbstheilungskräfte der Kulturpflanzen sollen
angeregt und gefördert werden, sodass die Pflanzen resistent oder
jedenfalls toleranter gegen Krankheiten werden.
Dass selbst Genforschung ihr Gutes hat für den umweltschonenden
Pflanzenbau, belegte Dr. Cesare Gessler, Leiter einer Forschungsgruppe
im Bereich Pflanzenkrankheiten an der ETH Zürich: Mit der Gendiagnose
kann in den klassischen Züchtungsmethoden wesentlich zielgenauer
und schneller gearbeitet werden – ohne dass einer Pflanze ein fremdes
Gen eingefügt oder sonst ein Risiko eingegangen würde.
Abschliessend forderte Dr. Urs Niggli, Direktor des FiBL, zehn
Jahre Zeit für Bioforschung: «Nehmen wir uns doch diese Zeit, um
das weitgehend noch schlummernde Potenzial des Biolandbaus zu entwickeln.»
Das im Parlament zur Entscheidung anstehende Moratorium für kommerzielle
Freisetzungen von gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren findet
Nigglis Unterstützung: Die Schweizer Landwirtschaft solle jene Qualitätslebensmittel
produzieren, welche gefragt sind und heute bei den Grossverteilern
zweistellige Wachstumsraten vorweisen können. Die dicht besiedelte
Schweiz brauche eine Landwirtschaft, die auf die vielen ökologisch
sensiblen Regionen und auf den anspruchsvollen Tourismus Rücksicht
nimmt. «Die zehn Jahre Zeit können wir uns leisten. Und die vergleichsweise
bescheidenen Forschungsgelder wohl auch», meinte der FiBL-Direktor.
- Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL, CH-5070 Frick
- Blauen-Institut, CH-4142 Münchenstein
- BIO SUISSE, Vereinigung Schweizer Biolandbau-Organisationen,
CH-4055 Basel
Die farbige Zeitung «Faszination Bioforschung – Hummeln als ‹Flying
Doctors› und 10 weitere Erfolgsgeschichten» ist kostenlos erhältlich
bei: Blauen-Institut, Blauenstrasse 15, CH-4142 Münchenstein, Fax
+41 (0)61 411 26 88,E-Mail fkoechlin@blauen-institut.ch
Für weitere Auskünfte
- Dr. Urs Niggli, FiBL, Tel. 062 865 72 72
- Florianne Koechlin, Blauen-Institut, Tel. 061 411 26 34
- Christof Dietler, BIO SUISSE, Tel. 061 385 96 10
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