Bio-Baumwolle – ein Weg aus der Armut?
In Indien bildet der Baumwollanbau die Lebensgrundlage für
etwa sieben Millionen Menschen. Der konventionelle Anbau
ist hochintensiv: fast die Hälfte der im Land eingesetzten
Insektizide wird in dieser Kultur ausgebracht, und die Ausgaben
für Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel treiben
eine immer grössere Zahl von Bauern in eine Verschuldungsspirale.
1992 initiierte die Schweizer Firma Remei AG in Zentralindien
das Maikaal-Projekt, in welchem Baumwolle biologisch angebaut
wird. Fruchtfolgen, die Herstellung von Kompost und die Verwendung
von pflanzlichen Spritzmitteln ermöglichen den über
1000 im Projekt beteiligten Bauern nicht nur ansehnliche
Erträge zu erzielen, sondern auch Produktionskosten
einzusparen und somit ihre Verschuldung zu verringern.
Das FiBL Schweiz vergleicht derzeit im Auftrag von DEZA
(Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Schweiz)
und WWF in einem dreijährigen Forschungsprojekt die
betriebswirtschaftliche und soziale Situation der Biobauern
mit der ihrer konventionellen Nachbarn. Aus der umfangreichen
Datenerhebung erhofft man sich vertiefte Einsichten in Stärken
und Verbesserungsmöglichkeiten des biologischen Baumwollanbaus.
In Zusammenarbeit mit dem Projektteam vor Ort werden zudem
neue Anbautechniken in Feldversuchen getestet. Die gesammelten
Erkenntnisse fliessen in Ausbildungsmaterialien ein und werden
mit anderen biologischen Baumwollprojekten ausgetauscht.
Bild:
Frank Eyhorn, FiBL
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