Berater-Info: Welcher Kuhtyp passt zum eigenen Betrieb?
Oft wird im Biolandbau immer noch von „der Biokuh“ gesprochen und von der Forderung, eine solche zu züchten. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass es die ideale Biokuh nicht gibt; zu unterschiedlich sind die Ansprüche der Biomilchviehhalterinnen und –halter und die betrieblichen Bedingungen. Die Grundlage einer erfolgreichen Zuchtstrategie, die gute Leistungen in den Bereichen der Gesundheit und der Fruchtbarkeit sowie gute Produktionsleistungen gewährleistet, ist die Erkenntnis, welcher Kuhtyp zum eigenen Biobetrieb passt.
Soll die Kuh gross oder klein, milchbetont oder eher ein Zweinutzungstyp sein? Soll sie über ein hohes, mittleres oder eher geringes genetisches Michleistungsniveau verfügen? All diese Tiertypen können auf Grundlage des heutigen „Genetikangebotes“ gezüchtet werden. Um den für den eigenen Betrieb idealen Kuhtyp zu bestimmen, müssen die Möglichkeiten des Betriebes und der Betriebsleiterfamilie realistisch eingeschätzt werden:
- Wie gut ist die Futtergrundlage?
- Kann diese dem genetischen Potential der Kuh gerecht werden?
- Verlangt die Topographie eher eine leichte, kleinere Kuh oder sind die Weiden mehr oder weniger flach, so dass ein grossrahmiges Tier gehalten werden kann?
- Gehen die Kühe im Sommer zur Alp?
- Wie viel Zeit hat die Familie für die Tierbetreuung?
Diese Fragen müssen ehrlich beantwortet werden und aufgrund der dabei gemachten Überlegungen kann anschliessend die standortgerechte Zuchtstrategie festgelegt werden.
Das FiBL hat als Hilfe einen „Einschätzungsbogen“ als Excel-Tabelle entwickelt, der gratis von der FiBL-Homepage herunter geladen werden kann. Die standortgerechte Zucht wird auch bei dem 2. Bio-Braunviehzuchtseminar am 23. November 2006 auf dem Plantahof ein wichtiges Thema sein (Anmeldung bis Ende Oktober direkt auf dem Plantahof).
Weitere Informationen:
Kontaktperson am FiBL: Anet Spengler-Neff
FiBL-Einschätzungsbogen für eine standortgerechte Milchviehzucht
Plantahof
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