Berater-Info: Mangel an Bio-Wintersteckzwiebeln
In diesem Jahr herrscht europaweit ein grosser Mangel an Bio-Wintersteckzwiebeln. Der einzige europäische Bio-Anbieter mit Sitz in Holland kann in diesem Herbst selbst mit Verspätung keine Bio-Steckzwiebeln liefern, auch nicht in EU-Bio-Qualität.
Die Markenkommission Anbau (MKA) hat an ihrer letzten Sitzung definitiv entschieden, dass die Verwendung von konventionellen Winter-Steckzwiebeln nicht erlaubt wird. Bereits Ende August war auf Grund von Meldungen des holländischen Produzenten die Knappheit an Bio-Steckzwiebeln zu befürchten. Einige Produzenten haben daraufhin kurzfristig auf Direktsaat oder Jungpflanzen umgestellt. Wie erfolgreich diese spät gesäten Kulturen sein werden, hängt stark vom Wetter in den nächsten Wochen ab. Wichtig ist, dass diese Pflanzen gut angewachsen in den Winter gehen. Auf jeden Fall ist es empfehlenswert, sie ausreichend anzuhäufeln, um sie so besser vor Kälte und Nässe zu schützen.
Für dieses Jahr ist es zu spät, noch Winterzwiebeln anzubauen. Die nächste Möglichkeit besteht in Pflanzungen über Steckzwiebeln oder Jungpflanzen ab Ende Februar/Anfang März. Um die jungen Zwiebeln vor kühler Frühjahrswitterung zu schützen und die Pflanzenentwicklung zu fördern, muss die Kultur mit Vlies abgedeckt werden. Bei diesen verfrühten Steckzwiebeln besteht aber eine erhöhte Gefahr von Schossern. Daher ist der Anbau von Jungpflanzen empfehlenswerter.
Für diesen Anbau eignen sich nur sehr schossfeste Sorten, wie Jetset (als Saatgut, sehr früh) oder Hyfort und Barito (mittelspät).
Weitere Informationen:
Kontaktperson am FiBL: Martin Lichtenhahn und Martin Koller
FiBL-Merkblatt Zwiebeln
Oekolandbau.de: Zwiebeln pflanzen - eine Alternative im ökologischen Zwiebelanbau?
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