Berater-Info: Aktuell im Rebberg - Entlaubung: manuell oder maschinell?
Das heisse und feuchte Wetter der letzten Wochen hat die phänologische Entwicklung der Reben gefördert, die zunächst durch den frischen und launischen Frühling gehemmt worden war. Die Blätter zeigen nun eine wundervolle grüne Farbe, Zeichen für intensive Protein-Synthese. Die Wärme fördert das Wachstum des Blattwerkes, womit ein vermehrter Pflegeaufwand verbunden ist.
Somit sind Juni und Juli die eigentlichen Engpässe im Rebbau: Es muss gespritzt, gemäht, gejätet und entlaubt werden. Insbesondere im Rebbau, ist die Entlaubung ein klassisches Prophylaxe-Mittel, um dank einer optimalen Belüftung der Fruchtstandzone den Pilzbefall zu stoppen.
Um Arbeitskräfte einzusparen, werden seit Jahren Entlaubungsmaschinen eingesetzt. Diese funktionieren nach verschiedenen Prinzipien: ansaugend-schneidend, ansaugend-quetschend, blasend-zerreissend oder gar erhitzend. Aber auch die menschliche Hand ist kaum schonender: Sie kneift, zertrennt oder reisst. Die Frage ist, ob die Entlaubungsmethode einen Einfluss auf die Qualität, sprich den Geschmack, des Weines hat.
Ein Langzeitversuch in Sierre, Zentralwallis, vergleicht Weine einer Variante mit manueller und einer mit maschineller Entlaubung. Für den Jahrgang 2004 werden in der handentlaubten Variante ein höherer Zuckergehalt und eine intensivere Farbe festgestellt. In der Degustation sind beide Weine kaum unterscheidbar. Im Jahrgang 2005 präsentieren beide Varianten dieselben Zucker- und Farbparameter, die Degustation weist jedoch eine Präferenz für den handentlaubten Wein auf. Weitere Untersuchungen werden diese Tendenz jedoch bestätigen müssen.
Weitere Informationen:
Kontaktperson am FiBL: Dominique Lévite
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