Berater-Info: Biosonnenblumen - eine interessante Nische
Aufgrund der bisherigen Witterung, können viele Sommersaaten erst jetzt gesät werden. Für Eiweisserbsen und Ackerbohnen ist es in trockenen Gebieten zu spät, da Blütenphase voraussichtlich in eine Trockenperiode fällt und die Blüten verdorren. In feuchten Gebiete ist der Anbau mit einer stark erhöhten Saatmenge (+ 20 %) noch möglich. Sonnenblumen jedoch können jetzt in den leicht erwärmten Boden gesät werden. Ihr Hauptanbaugebiet liegt in den milden nebelfreien Zonen. Sonnenblumen eignen sich bestens für nährstoffarme Betriebe und trockene Gebiete. Bisher wurden jährlich ca. 25 ha über Progana zu einem Preis von Fr. 110.-/dt abgesetzt. Es gibt aber auch einige kleinere Direktvermarkter, die ihr Sonnenblumenöl selber pressen oder in einer lokalen Ölmühle verarbeiten lassen.
Beim Saatgut hat sich jedes Jahr eine neue Situation ergeben. Bisher war auch im Biolandbau wegen des falschen Mehltaus gebeiztes Saatgut vom Bund vorgeschrieben. Dieses Jahr kann die UFA Samen jedoch genügend Saatgut der Sorte LG53.80 anbieten und gebeiztes Saatgut darf nicht mehr verwendet werden. Das heisst, gebeiztes Saatgut muss umgetauscht werden. Andere Sorten und high-oleic Sonnenblumen kommen demnach für den Bioanbau nicht in Frage.
Beim Anbau ist darauf zu achten, dass die Parzellen wegen allfälligem Vogelfrass bei der Ernte genügend gross gewählt werden (mindestens 1,5 ha). Sonnenblumen sind in der Jugendentwicklung empfindlich gegenüber Unkraut. Der erste Hackdurchgang sollte mit einer Gänsefussscharhacke erfolgen sobald die Reihen zu sehen sind, der zweite und dritte Durchgang mit einer Sternhacke. Sie können leicht angehäufelt werden. Ein vorsichtiges Striegeln ist nur im Vorauflauf möglich.
Weitere Informationen:
Ansprechpartner am FiBL: Hansueli Dierauer
FiBL-Merkblatt Sonnenblumen
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