Berater-Info: Proteine aus Schweizer Anbau
Ausländische Biosoja ist derzeit die wichtigste Eiweisskomponente in Futtermischungen von Schweizer Futtermühlen. Grund dafür sind der Preis und die flexible Verwendung. In der Schweiz wird Biosoja nur für die Tofuproduktion angebaut, ein Anbau zu Futterzwecken ist bei den momentanen Preisen nicht realistisch. Einheimische Körnerleguminosen könnten den Importanteil von Soja reduzieren, beispielsweise der Anbau von Eiweisserbsen oder Ackerbohnen.
Eiweisserbsen lassen sich gut verarbeiten und sind vielseitig einsetzbar. Als Sorten eignen sich die beiden Sommertypen Hardy und Santana, zwei ertragsstarke Sorten mit guter Standfestigkeit. Hardy hat einen etwas tieferen Proteingehalt als Santana. Eiweisserbsen können bis auf 700 m. ü. M. angebaut werden. Mittelschwere und tiefgründige Böden mit guter Wassernachlieferung und pH Wert über 6 eignen sich für den Anbau. Flachgründige Böden führen oft zu Kummerwuchs. Durch einen Zusatz von 20 kg/ha Sommergerste erhöht sich die Standfestigkeit und die Erbsen können besser geerntet werden. Ein Problem bei Anbau von Eiweisserbsen sind die Blattläuse, welche im Bioackerbau nicht behandelt werden dürfen.
Ackerbohnen sind bezüglich Blattläuse etwas robuster. Ansonsten stellen sie ähnliche Ansprüche an den Boden wie die Eiweisserbsen. Der Anbau von Ackerbohnen ist auch auf schweren Böden mit pH über 7 möglich, also auch im Juragebiet. Als Sorten für Schweinefutter kommt die tanninarme Sorte Gloria in Frage. Für Wiederkäuer können Limbo und Scirocco angebaut werden. Scirocco ist eine eher kurze Sorte die sich auch auf trockenen Standorten anbauen lässt. Zusammen mit den Anbauprämien von 1500.- Franken haben Eiweisserbsen und Ackerbohnen einen mit Roggen vergleichbaren Deckungsbeitrag. Auf viehschwachen Betrieben muss ausserdem die gute Nachdüngewirkung bewertet werden.
Weitere Informationen:
Ansprechpartner am FiBL: Hansueli Dierauer
FiBL-Merkblatt Eiweisserbsen
FiBL-Merkblatt Ackerbohnen
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