Berater-Info: Anbau von Biohirse
Die Fachhochschule Zollikofen hat zusammen mit der Biofarm und der FAL Reckenholz den Hirseanbau in der Schweiz neu belebt. Letztes Jahr wurden auf 10 Biobetrieben ca. 5 ha Hirse angebaut. Die Verarbeitung und der Marktaufbau finden in der Steiner Mühle in Zollbrück statt. Hirse war im Mittelalter ein wichtiges Nahrungsmittel, heute liegen die traditionellen Hirseanbaugebiete im Osten, insbesondere in Russland und China. Die Hirse ist wie Mais eine C4-Pflanze und hat daher ähnliche Temperatur- und Fruchtfolgeansprüche. Sie ist trockenheitsresistent und eignet sich daher auch für den Anbau in der Westschweiz.
Der Aussaattermin ist wie beim Mais anfangs Mai, die Vegetationszeit ist mit 100 Tagen jedoch viel kürzer. Die Ernte findet in der Regel anfangs September statt. Die Pflanzen werden unter guten Bedingungen ca. einen Meter hoch und beschatten den Boden nie wirklich gut. Schlechtes Wetter kann die Jugendentwicklung verzögern und die besser an unser Klima angepassten Unkräuter, insbesondere die gut bekannte Hühnerhirse gewinnen dann oft die Überhand. Auch die typischen Maisunkräuter wie weisser Gänsefuss, Amarant, Franzosenkraut und Knöterich können der Hirse arg zu schaffen machen. Daher sind Parzellen mit hohem Unkrautdruck zu meiden. Bis zum 5-Blatt-Stadium ist ein Striegeln nicht möglich, da die Pflanzen zu wenig verwurzelt sind. Hirse lässt sich auch Hacken.
Schädlingen sind ausser Spatzen bisher noch keine bekannt. Die Erträge bewegen sich zwischen 10 und 40 dt/ha, wobei mit durchschnittlich 20 dt/ha gerechnet werden kann. Der Preis liegt bei CHF 130.-/dt franko Sammelstelle. Für nächstes Jahr sind ca. 15 ha Anbaufläche geplant, die Mindestfläche sollte 50 a betragen. Interessierte Landwirte können sich bei der Biofarm melden (062 957 80 50).
Weitere Informationen:
Ansprechpartner am FiBL: Hansueli Dierauer
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