Berater-Info: Welche Weizensorte wählen?
Die Fachkommission Ackerkulturen der Bio Suisse hat an ihrer letzten Sitzung die neue Liste der empfohlenen Getreidesorten 2006 verabschiedet. Die neue Sortenliste kann kostenlos im FiBL-Shop heruntergeladen werden. Neu sind zwei Weizenorten aus der biologischen Züchtung von Peter Kunz auf der Liste, nämlich Aszita und Wiwa. Aszita ist eine begrannte, sehr hoch wachsende Sorte die sich für extensive Standorte mit niedrigem Düngungsniveau eignet. Wiwa ist eine ertragsstarke Sorte für mittlere und gute Lagen und guter Backqualität. Diese beiden Sorten sowie Ataro und Pollux sind nur über die Sativa erhältlich. Obwohl alle Sativa Sorten nicht auf der empfohlenen Liste von Swiss Granum zu finden sind, können sie als Weizen der Klasse 1 geliefert werden.
Titlis ist mit einem Marktanteil von über 40 Prozent nach wie vor die Biosorte schlechthin. Sie ist für den problemlosen Anbau zu empfehlen und kann als elastische Allroundsorte bezeichnet werden. Die neue Sorte Zinal hat sich in der Praxis als Nachfolgerin von Arina bewährt. Sie bildet schöne, lange Ähren aus und liefert auf intensiveren Standorten mit geringen Unkrautproblemen Spitzenerträge. Die Sorte kann aber wegen ihrer geringen Halmlänge nicht speziell für den Biolandbau empfohlen werden.
Die Verarbeiter wünschen sich qualitativ hochwertigen Weizen der Top Klasse. Wenn im Bioanbau einmal genügend Top Sorten vorhanden sind, soll voll auf diese gesetzt und keine Sorten der Klasse 1 mehr angebaut werden. Momentan ist Runal bei den Verarbeitern sehr beliebt. Runal war mit 8 Prozent Marktanteil die viertwichtigste Sorte und sollte auf wenig auswuchsgefährdeten Standorten vermehrt angebaut werden. Der Anbau der neuen Sorte Ludwig kann nicht empfohlen werden, da sie nur knapp in die Klasse 1 eingeteilt wurde und von den Abnehmern abgelehnt wird. Die Sorte wird auch nicht vermehrt.
Weitere Informationen
Ansprechpartner am FiBL: Hansueli Dierauer
Sortenliste Biogetreide 2006 |