Berater-Info: Neue Sorten für den Gerstenanbau
Die Fruchtfolge im Bioanbau wird in erster Linie nach dem Weizen ausgerichtet. Obwohl mehr Futtergetreide erwünscht wäre, wird wegen des niedrigeren Deckungsbeitrags auf den Anbau von Gerste verzichtet. Der Deckungsbeitrag von Gerste ist rund 1000 Schweizer Franken niedriger als bei Weizen. So werden in der ganzen Schweiz rund 2000 Hektar Weizen aber nur 850 Hektar Gerste angebaut.
Bei der Gerste ist im Anbau auf die Qualität, das heisst ein hohes Hektolitergewicht zu achten. Dieses ist von den Standortsfaktoren, der Düngung, aber vor allem auch von der Sorte abhängig. Besonders für Speisegerste braucht es ein hohes Hektolitergewicht, welches praktisch nur mit zweizeiligen Sorten erreicht werden kann. Durch Züchtungsfortschritt konnten die sechszeiligen Sorten aber in der Qualität aufholen und liegen nun im Durchschnitt. Beim Ertrag haben die sechszeiligen Sorten aber ein deutlich höheres Potential.
Bei den zweizeiligen Sorten ist die Sortenwahl nicht sehr gross. Die beste Qualität kann mit Jasmin erreicht werden. Baretta wird ersetzt durch die neue Sorte Verticale. Bei den sechszeiligen Sorten war bisher Landi mit rund 50 Prozent Marktanteil klarer Favorit. Mit den beiden neuen Sorten Franziska und Merlot können unter intensiveren Biobedingungen klare Mehrerträge erzielt werden. Diese beiden Sorten zeichnen sich auch durch eine gute Standfestigkeit und Krankheitsresistenz, insbesondere gegenüber Netzflecken aus. Daher können sie für den Bioanbau empfohlen werden.
Gerste sollte vorzugsweise auf mittelschweren und tiefgründigen Böden und nicht auf schweren, feuchten Böden angebaut werden. Sie eignet sich auch für trockene Gebiete. In getreideintensiven Fruchtfolgen ist Gerste wegen den Fusskrankheiten dem Triticale vorzuziehen. Der Aussaattermin ist ab Mitte September, das Saatgut sollte jetzt bestellt werden.
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Ansprechpartner am FiBL: Hansueli Dierauer |