Berater-Info: Biologischer Pflanzenschutz mit Buntbrachen
Wie das Vorkeimen der Kartoffeln, der Dammanbau von Karotten,
die ausgewogene Fruchtfolge oder die Sortenwahl ist auch die Nützlingsförderung
ein wesentlicher Bestandteil des biologischen Pflanzenschutzes.
Elemente wie Buntbrachen, extensive Wiesen oder Ackersäume
bieten einer ganzen Reihe von nützlichen Lebewesen, wie Spinnen
und Insekten Lebensraum und tragen wesentlich zur Bereicherung
der Landschaft bei.
Die Wirkung dieser fleissigen Mitarbeiter beim Verhindern von Massenvermehrungen
unliebsamer Schadinsekten, wird oft unterschätzt. Neue Untersuchungen
im Rahmen eines FiBL-Projektes zeigen deutlich, dass zum Beispiel
Kohlweisslingsraupen in Blumenkohl, der an eine Buntbrache angrenzt,
bis zu 60 Prozent von Parasiten befallen waren - während auf
Pflanzen die weiter entfernt von Buntbrachen wachsen, kaum parasitierte
Raupen zu finden waren.
Ähnliche Effekte konnten in Deutschland auch für andere
Schadinsekten, wie zum Beispiel den Rapsglanzkäfer gezeigt
werden: Wenn die Landschaft genügend mit naturnahen Flächen
ausgestattet ist, können parasitierende Schlupfwespen die
Käferpopulation unter der Schadenschwelle halten. Auch Getreideblattläuse „leiden“ unter
dem Fleiss der Nutzinsekten aus Buntbrachen stark.
Viele gute Gründe für Buntbrachen auf dem eigenen Betrieb – warum
nicht gleich selbst davon profitieren?
Um mit Buntbrachen erfolgreich zu sein, braucht es einiges an
Vorbereitungen für die Ansaat und auch einen entsprechenden Aufwand für
die Pflege – solche Flächen sind als eine Kultur zu
betrachten, die ja dank den Ökobeiträgen auch finanziell
etwas abwerfen: Die Buntbrache kann sich wirtschaftlich durchaus
mit Ackerkulturen messen – bei klar geringerem Arbeitsaufwand.
Hauptertrag ist aber sicher die Nützlingsförderung und
die Bereicherung der Landschaft.
Wichtigster Punkt bei der Planung ist die Auswahl des Standortes:
gutes Kulturland, keine Abkehrungen oder andere „Randflächen“,
sondern möglichst Streifen in den Kulturen sind zu bevorzugen.
Vor allem müssen sie frei von Wurzelunkräutern, wie Blacken,
Disteln oder auch Quecke sein. Einjährige Unkräuter sind
kaum von Bedeutung – sie entwickeln sich allenfalls im ersten
Jahr und verschwinden dann relativ rasch.
Buntbrachen können ihr positive Effekte am besten als Streifen
von mindestens 1,5 Metern Breite zwischen den Kulturen entfalten.
Ideal sind solche Streifen in Abständen von 50 Metern, da
so die ganze Fläche zwischen den Brachen von den positiven
Effekten profitieren kann.
Ausführlichere Informationen zur Nützlingsförderung
in landwirtschaftlichen Nutzflächen bietet die FiBL-Fachtagung „Blühender Ökoausgleich
im Feldbau – Nützlich für Buur und Natur“ vom
16. Juni 2005 im Inforama Seeland in Ins.
Weitere Informationen
Ansprechpartner
am FiBL: Martin Lichtenhahn
FiBL-Fachtagung „Blühender Ökoausgleich
im Feldbau – Nützlich für Buur und Natur“
FiBL-Forschungsprojekte
zum Thema „Funktionelle Biodiversität“
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