Berater-Info: Speisehafer als Alternative
Im weltweit bekannten Schweizer Birchermüsli hat es einen
grossen Anteil von Haferflöckli. Diese stammen bisher weitgehend
aus dem Ausland. Die Biofarm hat für dieses Jahr einen Bedarf
von rund 140 Tonnen Biohafer. Momentan sind Verträge für
ca. 80 Tonnen Biohafer aus Knospenbetrieben abgeschlossen. Weitere
Interessenten könnten sich noch melden.
Hafer ist ein einheimisches Getreide und passt sehr gut in die
Fruchtfolge eines Bioackerbaubetriebes. Er hat den Ruf einer Gesundungsfrucht.
Hafer ist wenig anspruchsvoll, kann auf schweren bis mittleren
Böden gut gedeihen und ist auch bezüglich Wasserbedarf
robust. Der Stickstoffbedarf ist ähnlich bescheiden wie bei
Roggen. Einzige Bedingung, welche die Verarbeiter stellen, ist
ein hohes Hektolitergewicht. Dieses muss mindestens 54 kg/hl betragen.
Darunter gibt es erhebliche Abzüge, was den Anbau nicht mehr
rentabel macht. Bei einer guten Qualität, welche mit den neuen
Sorten auch in der Schweiz erreicht werden kann, gibt es entsprechende
Zuschläge. Die Biofarm zahlt dieses Jahr voraussichtlich 62
Franken pro Dezitonne.
Für den Speisebereich dürfen nur weisse Sorten angebaut
werden. Dazu eignen sich Sorten wie Expander und President, welche
auch in der Schweiz vermehrt werden. Mit der neuen Sorte Poncho
hat bisher nur Sativa Rheinau Erfahrungen in einem Versuch gemacht.
Von all diesen Sorten ist genügend Biosaatgut vorhanden. Expander
kann auch als Grünschnitthafer verwendet werden. Die Saatmenge
für Sommerhafer beträgt 1,3 kg/a bis 1,5 kg/a. Die Saat
kann in nächster Zeit bei trockenen Bedingungen in den kalten
Boden erfolgen. Beim Striegeln ist vorsicht geboten, da die Pflanze
weniger stark verwurzelt ist als Winterweizen.
Weitere Informationen
Ansprechpartner
am FiBL: Hansueli
Dierauer
www.biofarm.ch
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