Berater-Info: Nützlinge im Bioobstbau - Imagepflege oder
erfolgreicher Pflanzenschutz?
Die starken Einschränkungen bei der Mittelwahl zwingen die
Bioobstbauern dazu, Probleme im Pflanzenschutz durch indirekte
Massnahmen zu entschärfen, beispielsweise durch die Wahl robuster
Sorten oder entsprechende Anbausystemen. Wie weit tragen Förderung
und Freilassung von Nützlingen dazu bei, Schadorganismen zu
reduzieren und auf Insektizide zu verzichten? In mehrjährigen
Forschungsarbeiten am FiBL konnten die Möglichkeiten und Grenzen
solcher Massnahmen untersucht werden. Es konnte beispielsweise
gezeigt werden, dass die Einsaat von Buntbrachestreifen am Rand
und innerhalb der Obstanlage zu einer signifikanten Reduktion von
Blattläusen führt, da dadurch Blattlausräuber gefördert
werden. Eine besondere Bedeutung kommt den netzbauenden Spinnen
im Herbst zu. Blühende Buntbrachen fördern die Beutetiere
und damit das Nahrungsangebot für die Spinnen. Dadurch erreichen
diese eine signifikant höhere Dichte und können mit ihren
Netzen die vom Sommerwirt zurückkehrenden Blattläuse
vermehrt abfangen. Als Folge werden weniger Eier abgelegt und im
nächsten Frühjahr auch weniger Stammmütter gezählt.
Es muss darauf hingewiesen werden, dass die mit den Buntbrachen
erreichte Reduktion der Blattläuse nicht in jedem Jahr genügend
war. Die sehr tiefe Schadenschwelle bei der Mehligen Apfelblattlaus
verlangt in diesen Jahren ergänzende Massnahmen.
Wie werden Elemente zur Nützlingsförderung angelegt und
gepflegt, um einen optimalen Nutzen zu erhalten? Durch welche Massnahmen
können Gegenspieler von Raupenschädlingen gezielt gefördert
werden? Antworten auf diese Fragen, Informationen über die
Entwicklungen im Bioobstbau sowie aktuelle Ergebnisse aus der Bioobstbau-Forschung
gibt es auf der Bioobstbautagung am 26. Januar in Frick.
Weitere Informationen
Ansprechpartner
am FiBL: Andi Häseli
Bioobstbautagung,
26. Januar 2005 (Ausschreibung und Anmeldung)
FiBL-Forschung „Pflanzenschutz: Schädlinge, Nützlinge“
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